Krimiautor Breuer: Der Erfinder vom neugierigen Opa Bertold

Von: Katharina Wollseifen
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Zwischen Heimat, Geschichte und Krimi: Der Autor der Eifelkrimis rund um den neugierigen Hobbyermittler Opa Bertold arbeitet momentan schon am nächsten Teil der Reihe. Foto: Wollseifen

Boich. Was für ein Mensch steckt eigentlich hinter den Geschichten, die wir in Romanen lesen und erleben können? Was inspiriert ihn und vor allem wie entstehen aus vagen Vorstellungen komplexe Handlungsabläufe? Für Guido M. Breuer aus Kreuzau-Boich gehören die Antworten auf diese Fragen zum Alltag.

Er ist leidenschaftlicher Krimiautor und Verfasser der bekannten Eifelkrimiserie rund um Hobbyermittler Opa Bertold.

Erst im Frühjahr ist der dritte Teil „Alte Narben” erschienen, in dem Opa Bertold mit einem brutalen Mord und den dunklen Kapiteln der Geschichte seiner Heimat konfrontiert wird.

„Jeder Roman ist in sich abgeschlossen, aber es gibt Dinge, die sich durch die einzelnen Bände hinweg aufbauen”, erklärt Breuer sein Konzept. „So gibt es beispielsweise einen Konflikt zwischen Opa Bertold und seinem Sohn, der in den bisherigen Romanen nur angedeutet wurde, aber erst im nächsten Teil seinen Abschluss finden wird.”

Einen weiteren Schwerpunkt legt Breuer vor allem auf die Thematik der Geschichte der Eifel. So ist Opa Bertold nicht nur Hobbykriminalist, sondern auch Freizeithistoriker, der sich auch mit der Region zu Zeiten des Mittelalters und des Zweiten Weltkrieges auskennt. Die Verbindung zwischen Heimat, Geschichte und Krimi spielt dabei für den Autor eine sehr wichtige Rolle. „Hier kann ich aus dem Vollen schöpfen, ich kenne die Leute und die Umgebung”, sagt Breuer.

Es macht ihm sichtlich Spaß über eine Gegend zu schreiben, die er kennt und liebt. „Die Eifel ist nicht nur Handlungsort, sondern auch Protagonist zugleich, denn sie trägt mit ihren Eigenarten zur Geschichte bei.” So findet der aufmerksame Leser in den Romanen auch viele reale Orte wie die Burg Nideggen mit Felsenrundgang, die Kirche St. Johannes-Baptist des gleichen Ortes oder auch den Kölner Dom. Außerdem kann man sich landschaftlich an die Fersen von Opa Bertold heften, denn viele seiner Wanderungen durch das Rur- oder Kalltal können in der Realität erlebt werden.

Zudem macht Breuer deutlich, dass er komödiantische angelegte Kriminalromane schreibt, die in erster Linie unterhalten sollen. Trotzdem kann der Inhalt auch zum ernsten Nachdenken anregen. „Ich versuche über Themen zu schreiben, die den Leser auch mal zum näheren Betrachten animieren oder einen Widerspruch zu seiner bisherigen Sichtweise liefern.” So ist es dem Autor wichtig, auch Kritik zu bekommen, und er freut sich besonders über Reaktionen von Lesern, die seine Romane nicht nur zur kurzweiligen Unterhaltung gelesen haben. Doch bevor er sich mit Kritik befasst, muss der Autor erst einmal den Roman schreiben.

Die ersten Ideen zu einem neuen Buch bekommt Breuer durch ganz verschiedene Einflüsse. Mal sind es die Dinge, die man ganz einfach im täglichen Leben aufsaugt, mal Themen aus den aktuellen Nachrichten oder auch aus anderen Erzählungen. „Aus den verschiedenen Ideen entwickle ich dann einen Handlungsstrang, wobei es wichtig ist, vorauszudenken und die Plausibilität zu beachten”, erläutert Breuer.

Breuer versetzt sich deshalb immer wieder in die Rolle des Lesers. Neben den Ideen entwickelt er parallel auch schon die Figuren, die vor allem lebendig und lebensecht sein müssen.

„Es sind die Ängste, Wünsche und Hoffnungen einer Figur, die sie zum Leben erwecken”, so Breuer. „Ihre Entscheidungen, Reaktionen, Beziehungen und charakterlichen Veränderungen bewirken ein lebendiges Miteinander, das die Handlung bestimmt und vorantreibt.”

Dabei darf der Schriftsteller nie den roten Faden verlieren und muss immer das eigentliche Ziel des Krimis vor Augen behalten. Deshalb hat Guido Breuer, bevor er überhaupt anfängt zu schreiben, schon den ganzen Handlungsablauf, den sogenannten Plot, im Kopf.

Der Grundriss des Buches mit all seinen Szenen und wichtigen Inhalten ist geplant, sodass Breuer sich nun in die Figuren und Situationen hineinversetzen kann, und das Gemäuer mit Worten ausfüllt. „Planänderungen gibt es dabei aber immer”, gesteht der Autor.

Wenn Guido Breuer schreibt, findet man ihn meist mit seinem Laptop im Garten oder in seinem Arbeitszimmer. Er schreibt täglich, manchmal stunden- und nächtelang. „Ich versuche immer wieder andere Perspektiven einzunehmen, um Überraschungsmomente und andere Sichtweisen hervorzurufen”, sagt der Autor.

„Man darf sich nicht davor scheuen, auch mal die Sicht eines abgrundtief bösen Mörders einzunehmen, um authentisch schreiben zu können.” Im Moment arbeitet Breuer wieder an einem Opa-Bertold-Band.

Dafür müssen noch neue Charaktere ausgefeilt, die Familiengeschichte ausgearbeitet und Verbindungen zwischen den Handlungssträngen hergestellt werden. „Der vierte Roman mit Opa Bertold wird mit Sicherheit nicht der letzte sein”, betont Breuer.

„Dazu macht mir dieser Charakter zu viel Spaß - und im Übrigen gehen mir die Ideen bestimmt nicht aus, denn die Geschichte der Eifel ist nahezu unerschöpflich.”
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