Krimi-Kloster-Nacht: Tod macht fette Beute

Von: Stephan Johnen
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Kriminalistik an ungewohnten Orten: Carola Claßen gab eine ihrer Kurzgeschichten in der Werkstatt von Pater Laurentius zum Besten. Foto: Johnen

Vossenack. Die Eifel ist ein idyllischer Flecken Erde? Mit Verlaub, vergessen Sie es! Der Tod machte jetzt während der ersten Krimi-Kloster-Nacht in Vossenack fette Beute. Die vier Autoren Carsten Sebastian Henn, Helga Glaesener, Carola Clasen und Marcus Gieske tischten den Zuhörern ein zum Teil deftiges und heftiges Menü aus Mord und Totschlag auf.

Die vorgetragenen Kriminalfälle waren mal stärker, mal deutlich schwächer; nicht jeder Mord fesselte das Publikum. Doch äußerst versöhnlich stimmte das Mordsessen in der Künstlerklause, zu dem Gastgeber Bruder Wolfgang Mauritz ofm und sein Organisationsteam die Gäste einluden. Der geglückten Premiere soll schon in naher Zukunft die Fortsetzung folgen.

Profikiller aus der Nachbarschaft

Zum besonderen Charme der Kloster-Krimi-Nacht gehörte es, dass die vier Autoren an vier Orten vorlasen, die für Besucher des Klosters meist nicht zugänglich sind. So offenbarte Marcus Gieske in der Krypta des Klosters verstörende Blicke in die vermeintlich heile Welt der Rureifel. Dass ein in Nideggen beheimateter Profikiller beispielsweise von seiner eigenen Frau zur Strecke gebracht wird, wirkt in seinen Kurzgeschichten wie ausgleichende Gerechtigkeit.

Die Bibliothek des Klosters war die Wirkensstätte von Helga Glaesener. Sie entführte ihre Zuhörer in das Italien des 19. Jahrhunderts. Während alle anderen Autoren auf Kurzgeschichten setzten, trug Helga Glaesener Szenen aus einem satten historischen Kriminalroman vor. Offenbar fehlte für die Zuhörer an diesem Abend die Zeit, sich in das Werk hineinzudenken. Womöglich zuviel Zeit nahm sich die Autorin später, um sozusagen als „Zugabe” aus ihrem jüngsten Kriminalroman vorzulesen.

Ein schmackhaftes kriminalistisches Stück servierte Carsten Sebastian Henn im Glockenturm der Klosterkirche. Er nahm seine Zuhörer mit auf eine tödlich-leckere Reise in den Elsaß. Auf der Suche nach „Dem Sauerkraut seiner Mutter” nimmt ein sterbenskranker Mann im letzten Augenblick Rache für den Tod seiner Mutter. Es blieb spannend, bis zum Ende.

Den wohl stärksten Part steuerte Carola Clasen hinzu. In der Werkstatt von Pater Laurentius beschrieb sie einen Mord - aus Sicht des Opfers, das sich selbst als Leiche genüsslich in Häme übt.
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