Kreuzaus Bürgermeister wünscht sich eine tolerante Gemeinde

Von: Sarah Maria Berners
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Seit dem 23. Juni Chef im Kreuzauer Rathaus: Ingo Eßer fühlt sich wohl in seinem neuen Beruf. Foto: Sarah Maria Berners

Kreuzau. Der Weg zur Arbeit hat sich für Ingo Eßer mit der Wahl zum Bürgermeister deutlich verkürzt. Schließlich musste der Drover früher nach Bonn ins Familienministerium fahren. Mehr Freizeit hat Ingo Eßer mit der Wahl trotzdem nicht gewonnen. Wohl aber einen Job, in dem er aufgeht. „Es ist so, als hätte ich nie etwas anders gemacht“, sagt der 48-Jährige.

Die Erfahrungen, die er in langen Jahren bereits in Verwaltung und Politik gemacht hat, hätten ihm den Einstieg in den neuen Beruf erleichtert. Außerdem habe er im Kreuzauer Rathaus ein tolles Team vorgefunden, auch wenn die Personaldecke dünn sei.

Vor verschlossener Türe

Ziemlich genau erinnert Eßer sich an seinen ersten Arbeitstag im Rathaus. Sein Büro war mit Luftballons geschmückt, die Amtsleiter standen bereit. Nur die Eingangstür war verschlossen. Und hätte der neue Bürgermeister nicht aus seiner politischen Tätigkeit noch einen Schlüssel in der Tasche gehabt, hätte die Begrüßungsfeier wohl ohne ihn stattfinden müssen.

Feiern gehören auch weiterhin zu seinem neuen Aufgabengebiet. Als Bürgermeister ist er Verwaltungschef und Repräsentant in einem. Reden schreiben, Ausstellungen eröffnen, zu Ehejubiläen gratulieren – das gehört zum Arbeitsalltag.

Auch wenn Ingo Eßer schon zuvor in der Verwaltung gearbeitet hat, die Arbeit im Rathaus sei etwas ganz anderes: „Ich hatte vorher weniger mit Menschen zu tun, dafür aber mehr Geld zur Verfügung“, erzählt er lachend. Aber es gefalle ihm, sich mit den Sorgen und Nöten der Menschen vor Ort zu befassen, Dinge gemeinsam anzupacken.

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit habe er daher die Bürgermeistersprechstunde eingeführt. Und die werde sehr gut angenommen. Es fänden nun Leute den Weg ins Rathaus, die vorher nicht gekommen wären. „Ich höre mir die Sorgen der Menschen an und wo wir können, schaffen wir Abhilfe“, beschreibt der Bürgermeister. In seinem neuen Beruf habe er viele Menschen neu kennengelernt und viele bekannte Menschen auf eine andere Art und Weise kennengelernt.

Während zur Eßers Zeiten als CDU-Fraktionsvorsitzender die Christdemokraten die absolute Mehrheit im Rat stellten, sind die Karten nun neu gemischt. Die Politik sei, so beschreibt es Eßer, noch in der Findungsphase. Mit dem Vorschlag, die Steuern zu erhöhen, scheiterte die Verwaltung in der jüngsten Ratssitzung. „Einsparungen sind wichtig“, sagt Eßer, betont aber, dass gleichzeitig die Einnahmen verbessert werden müssten, um die Finanzen zu stabilisieren.

Wenn der Bürgermeister nach seinen Zielen für das neue Jahr gefragt wird, dann nennt er weder Haushalt, noch Verkehrs- noch Einzelhandelskonzept an erster Stelle. „Ich wünsche mir, dass wir eine tolerante Gemeinde sind“, betont Eßer nachdrücklich. Die Argumentationen rund um die Debatte über den Kauf eines Hauses für Flüchtlinge in Obermaubach hätten ihn betroffen gemacht.

Mit Blick auf das neue Jahr spricht Eßer aber auch vom Einzelhandels- und Verkehrskonzept, die er als Hauptaufgaben mit in sein Amt genommen habe. „Ich weiß, dass es schwer ist, alle Interessen unter einen Hut zu bringen, aber ich möchte diese Themen in den Rat transportieren.“

Auch wenn sich die Arbeitszeit im neuen Amt auch aufgrund der Repräsentationsaufgaben auf sieben Tage die Woche verteilt, so hat der Arbeitsplatz im Rathaus doch einen weiteren entscheidenden Vorteil: „Ich kann mit meiner Frau und meinen Kindern zu Mittag essen.“ Bis Drove sind es ja nur fünf Minuten.

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