Kreuzauer startet mit Schlittenhunden bei Rennen in Norwegen

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Mit seinen reinrassigen Sibirian Huskies startet der Kreuzauer Michael Hess in den kommenden Wochen bei zwei Rennen über 400 beziehungsweise 500 Kilometer in Norwegen.
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Dick vermummt: Michael Hess.

Kreuzau. Die Huskies von Michael Hess aus Kreuzau haben Hochsaison. Seit dem Herbst haben die Vorbereitungen für die Schlittenhundesaison begonnen und mit Einsetzen von niedrigeren Temperaturen startete das Training im heimischen Umland, natürlich ohne Schnee.

Gut 700 Kilometer hatte das Team bei Läufen vor dem Trainingswagen oder Quad bewältigt, bevor Mitte Dezember der Umzug ins schwedische Dalarna erfolgte.

Hier bleibt das Team über den Winter stationiert. Geplant ist die Teilnahme an zwei Langdistanzrennen in Norwegen. Zunächst Anfang Februar in Røros, wenn das „Femundløpet“ startet. Dann steht auch Michael Hess mit acht Hunden am Start, mitten in der historischen Bergbau-Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, zusammen mit 165 anderen Startern. Michael Hess geht auf die „kurze“ Strecke, über knapp 400 Kilometer, andere nehmen die lange Version von 600 Kilometer in Angriff und starten mit zwölf Hunden.

Erheblicher Aufwand

„Die Vorbereitung der Hunde bedeutet schon einen erheblichen Aufwand. Wir haben 14 Hunde im Training, um schließlich acht für das Rennen auszuwählen. Auch wenn meine Hunde bis zum Femundløpet sicherlich noch einmal 1200 bis 1400 Kilometer auf Schnee trainiert haben, hat man als Mitteleuropäer doch immer einen Nachteil gegenüber den Skandinaviern. Die können bereits im Herbst bei niedrigeren Temperaturen schon längere Trainingseinheiten ansetzen“, erklärt Michael Hess die Ausgangsposition.

Um den Sieg fährt er mit seinen reinrassigen Siberian Huskies ohnehin nicht, denn der wird unter den Teams mit den schnelleren Mischlingshunden, den Alaskan-Huskies, ausgemacht. Das sind Kreuzungen von Huskies mit Jagd- und Windhunden.

„Da ich selbst nicht drei Monate in Schweden verbringen kann, werden meine Hunde durchgehend von einem Helfer betreut und trainiert. Ohne ein intensives Training, bei dem die Hunde Trainingseinheiten von bis zu 100 Kilometer absolvieren, wäre eine Teilnahme an Langstreckenrennen vollkommen sinnlos. Und im Rennen werden mehr als 100 Kilometer pro Tag zurückgelegt, womit deutlich wird, dass es sich bei Schlittenhunden um echte Athleten handelt.“

Dass die Hunde dabei unter tierärztlicher Aufsicht stehen, ist selbstverständlich. Vor dem Rennen gibt es einen obligatorischen Check jedes einzelnen Hundes, der bezieht sich auf die Gesamtkonstitution, den Muskelapparat, die Gelenke, Pfoten, den Kreislauf und das Atmungssystem. An jedem Checkpoint kontrollieren die Veterinäre die Teams. Erschöpfte oder verletzte Hunde können hier abgegeben werden.

Der Saisonhöhepunkt steht Anfang März auf dem Programm. Dann reist das Team nach Alta in Norwegen, nördlich vom Polarkreis, und startet beim „Finnmarksløpet“; auch hier zur „kurzen Version“, denn Michael Hess ist „Rookie“, also Erstteilnehmer. Ihn und wiederum acht seiner Huskies führt es über 500 Kilometer. Die lange Version reicht über 1000 Kilometer und führt in nordöstliche Richtung bis an die Grenze Russlands. „Das wäre ein Ziel für die Zukunft, aber leider gibt es auf dem 1000er-Finnmark ein Zeitlimit und das ist mit reinrassigen Huskies nicht zu schaffen.“

Aber zunächst gilt es, die Rennen erfolgreich zu absolvieren, sprich das Team ins Ziel zu bringen. Dass es sich beim Finnmarksløpet 500 gleichzeitig um die Weltmeisterschaft auf der langen Strecke handelt, ist für Michael Hess Nebensache.

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