Røros (Norwegen) - Kreuzauer fährt über 600 Kilometer in klirrender Kälte

Kreuzauer fährt über 600 Kilometer in klirrender Kälte

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Mit seinen reinrassigen Siberian Huskies absolvierte der Kreuzauer Michael Hess ein 600-Kilometer-Rennen in Norwegen. Er belegte den 22. Platz. Die Tierärzte nominierten ihn für den Preis für die beste Hundepflege.
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Nach seinem Start in Norwegen wird Michael Hess auch an einem Rennen in Schweden teilnehmen.

Røros (Norwegen). Die Schlittenhundesaison erreicht ihren Höhepunkt, wenn in Norwegen das Femund- und das Finnmarksløpet stattfinden. Diese beiden Wettbewerbe markieren die Spitze des Schlittenhundesports in Europa, und so zieht es die erfolgreichsten „Musher“, die Schlittenhundeführer, dieser Rennen dann teilweise auch nach Alaska zu den ganz großen 1000-Meilen-Rennen, „Iditarod“ und „Yukon Quest“, die weltbekannt sind.

Für Michael Hess aus Kreuzau stand jüngst die Teilnahme am Femundløpet im norwegischen Røros auf dem Saisonfahrplan. Nach dem Herbsttraining in der Heimat waren seine Siberian Huskies seit Weihnachten im schwedischen Dalarna stationiert, um sich intensiv auf die Saison vorzubereiten.

„Wir hatten 17 Hunde im Training, und ich hatte zunächst wie im Vorjahr für das Femund 400 gemeldet“, erklärte Michael Hess die Ausgangslage. „Dann habe ich mich aber entschlossen, auf die längere Distanz von 600 Kilometern umzumelden. Eine neue Herausforderung.“

Keine einfache Entscheidung

Eine nicht ganz einfache Entscheidung, denn der Sprung auf die längere Distanz ist nicht unkritisch, wie ein Blick auf die Teilnehmerliste zeigt. Während sich für die „kurze“ Version über 80 Teams anmeldeten, waren es für die 600 Kilometer lange Strecke nur gut 40 Teams – und Hess der einzige Starter mit reinrassigen Schlittenhunden.

Gerade im Langstreckensport werden hauptsächlich Mischlingshunde eingesetzt, die zwar auch nordisch aussehen, aber Eigenschaften anderer Rassen in sich vereinigen. Vor dem Rennen wurde es denn auch knapp, denn das Team von zwölf Hunden für das Rennen aufzustellen, war nicht so einfach. „Drei Hunde waren schon gänzlich aus der Auswahl gefallen, und vier weitere hatten während der Vorbereitungen Schwächen gezeigt. Letztlich musste ich davon aber zwei aussuchen. Das war eine gewisse Lotterie.“ Hess war vor dem Start noch ein wenig unsicher.

Nach zwei Etappen entschied er dann auch, eine dieser betroffenen Hündinnen aus dem Team zu nehmen: „Ich hätte sie noch mal für eine oder zwei Etappen mit Massagen fit machen können, aber das machte für mich wenig Sinn, denn sie war einfach angeschlagen.“

So ging es dann nach den ersten 150 Kilometern mit elf Hunden weiter, ehe auch am vierten Checkpoint eine weitere Hündin das Team verlassen musste. Es schien sich um eine Schulterbandzerrung zu handeln, die zum Glück nur wenige Kilometer vor dem Checkpoint auftrat, so dass Hess den Hund nur kurz im Schlitten transportieren musste und sich der Hund auch im Anschluss wieder schnell erholte.

Mehr als die Hälfte der Distanz war zu diesem Zeitpunkt geschafft, und mit den verbliebenen zehn Hunden schaffte es das Team dann bis ins Ziel.

Entgegen seinem Ruf blieben den Teilnehmern des Femundløpet in diesem Jahr Wetterkapriolen und extreme Situationen weitgehend erspart. Sturm auf den Fjells blieb aus, und kälter als minus 25 Grad Celcius wurde es nachts auch nicht.

Hart wurde es für Hess und sein Team aber dennoch: Die sechste und siebte Etappe hatte er sich ohne große Pausen vorgenommen, so dass man im Checkpoint nur sieben Minuten Aufenthalt hatte, um dann die Fahrt zum letzten Checkpoint fortzusetzen, wo eine achtstündige Zwangspause für alle Teilnehmer anstand. Immerhin fast 140 Kilometer waren somit an einem Stück zu absolvieren. Aber auch diese Anstrengung bewältigte das Team.

Nach der angesetzten Erholungspause ging es über die letzte Etappe zurück nach Røros, um nach der respektablen Zeit von 95 Stunden und 53 Minuten die Ziellinie zu überfahren. Dort wurden die Hunde von Michael Hess nicht nur mit einem besonderen Leckerbissen begrüßt, sondern auch zum wiederholten Male von den Tierärzten des Rennens begutachtet.

Wie schon an den verschiedenen Checkpoints wurde das Team für seine gute körperliche und mentale Verfassung gelobt, so dass Michael Hess sogar für den Preis für die beste Hundepflege nominiert wurde. Darüber freute er sich mehr als über den 22. Platz.

Mögliche Steigerung

Ein Teilnehmer war disqualifiziert worden, und neun Teams erreichten nicht das Ziel. Nach dem Femundløpet über 600 Kilometer wäre das Finnmarksløpet über 1000 Kilometer die logische Fortsetzung und die letzte mögliche Steigerung in Europa. Ob Michael Hess auch das mit seinen Hunden noch angehen wird, bleibt derzeit offen und wäre eine Option für 2018. Diese Saison startet das Kreuzauer Hunde-Gespann noch im schwedischen Särna zum „Polardistans“ über 300 Kilometer, exklusiv für reinrassige Schlittenhunde und mit WM-Status.

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