Kreuzau: Sekundarschule muss ablehnen

Von: Fred Schröder
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Kreuzau/Nideggen. „Zum Schuljahresbeginn gehen 42 neue Sekundarschulen an den Start”. So stellte sich die NRW-Schulministerin Silvia Löhrmann Dienstagmorgen vor die Presse.

Was die Ministerin zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: So harmonisch, wie sich die Schulpolitiker der rot-grünen Landesregierung und die Schulverwalter in der Landes- und der Kölner Bezirksregierung den Start vorstellten, funktioniert das nicht. Zumindest nicht in der Sekundarschule Kreuzau-Nideggen.

Bevor das Anmeldeverfahren am Freitag, 16. März, endet, gibt es Irritationen. „Das ist ein echter Schildbürgerstreich”, ereiferten sich Margit Göckemeyer und Walter Ramm, die Bürgermeister von Nideggen und Kreuzau. Und das kam so: Die beiden Kommunen haben mündlich (schriftlich liegt noch nichts vor) die Zusage, eine Sekundarschule mit zwei Standorten errichten zu können.

Beide Kommunen hätten gerne einen Zug mehr gehabt. Der aber ist bisher nicht genehmigt. Und dabei bleibt es auch: Die Bezirksregierung teilte mit, dass Kreuzau drei und Nideggen zwei Züge bekommt.

Im Anmeldeverfahren sprechen die Zahlen eine klare Sprache. Kreuzau verzeichnet 100 Anmeldungen, Nideggen 64. Damit ist die Mindestzahl zur Errichtung der Schulen an den beiden Standorten klar überschritten. Das komplizierte Rechenverfahren führt dann zu Ergebnissen, die keiner will, und die nach den Meinungen der Bürgermeister und ihrer Mitarbeiter in den Rathäusern den angestrebten Bildungskonsens ad absurdum führen.

Konkret sieht die Rechnung so aus: In Nideggen müssen nach jetzigem Stand neun Kinder aus der Stadt und aus Heimbach abgewiesen werden, neun aus Vettweiß aber aufgenommen werden. Kreuzau muss neun Kinder aus seinem Einzugsgebiet abweisen, eines geht aus schulischen Gründen nach Nideggen. Im Gegenzug aber kommen auf der Grundlage eines Beschulungsvertrages 25 Kinder aus dem Dürener Stadtteil Niederau nach Kreuzau.

„Wir bekommen 30er-Klassen; geworben wurde mit 25er-Klassen und der Zusage, dass kein Kind abgewiesen werde”, sagte Guido Steg, Schuldezernent in Kreuzau, zu der Entscheidung. Beide Kommunen haben noch keine Ablehnungsbescheide auf den Weg gebracht. „Da werden Hauptschüler abgewiesen, die nach politischem Willen besonders gefördert werden müssen, und der von der Regierungspräsidentin geforderte regionale Aspekt bleibt völlig außen vor. Wir verlieren auf diese Weise Kinder”, bedauerte Margit Göckemeyer. „Das kann es nicht sein”.

Und das für die beiden Kommunen Fatale folgt zum Schluss: Nur für dieses Schuljahr, zur Einführung der Sekundarschule, gelten diese Vorgaben. Im nächsten Jahr sind die Schulträger frei in der Festlegung der Zahl der Züge.
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