Kreuzau - Kreuzau macht den Weg frei für Windräder

Kreuzau macht den Weg frei für Windräder

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
Windrad
Gemeinderat beschließt die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bau von Windrädern. Symbolbild: dpa Foto: dpa

Kreuzau. Trotz anhaltender Bürgerproteste macht der Gemeinderat von Kreuzau den Bau von riesigen Windrädern an der Grenze zum Nachbarort Nideggen möglich. Der Rat beschloss am Donnerstagabend die dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes.

Acht rund 200 Meter hohe Windräder sollen an der Gemeindegrenze bei Thum entstehen. Bürger haben angekündigt, juristisch gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes vorzugehen. 29 Ratsmitglieder haben für eine Änderung des Flächennutzungsplans gestimmt, drei dagegen.

Astrid Hohn, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen betonte, dass eine Entscheidung für die Windräder keineswegs wirtschaftliche Gründe habe. Hohn: „Es geht nur um klimaschutzpolitische Gründe. Wenn wir den Blick auf unser gesamtes Ökosystem richten, muss uns klar werden, dass wir einen schnelleren Ausstieg aus der Kohle brauchen. Die Windkraft-Gegner sagen, dass sie eigentlich für Windenergie sind, aber sie wollen die Windräder nicht vor der eigenen Haustür. Das geht nicht.“

SPD-Fraktionschef Rolf Heidbüchel merkte an, dass Windkraft schon vor 25 Jahren in Kreuzau ein Thema gewesen sei. „Damals haben wir Vorratsflächen bestimmt, an denen es eine besonders große Windstärke und Windhäufung gibt. Und das hat in Hürtgenwald und Nideggen niemanden interessiert. Ich kann den ganzen Hype nicht nachvollziehen und sage heute mit gutem Gewissen ‚Ja‘ zur Windkraft.

„Jeder muss seinen Beitrag zur Energiewende leisten“, sagte Dr. Ralf Nolten, CDU-Fraktions-Chef. „Zwei Jahre haben wir gedacht, dass wir für Windkraftanlagen bei Thum eine gemeinsame Lösung mit der Stadt Nideggen finden. Da haben wir uns aber leider getäuscht.“

Karl-Heinz Kern (Bündnis 90/Die Grünen) und Professor Erik Meurer (FDP) haben sich ausdrücklich gegen die Windräder ausgesprochen. Kern: „Wir dürfen die Sache nicht einseitig betrachten. Die Menschen im rheinisch Revier sind aufgrund des Braunkohleabbaus sowieso schon gebeutelt. Und sie werden es in den nächsten 30 Jahren auch bleiben. Ist mit unserer Landschaft nicht schon genug Schindluder getrieben worden?“

Meurer nannte die Windkräder eine „Verschandelung von touristisch relevantem Gebiet“. „Überhaupt stelle ich mir die Frage: Was hat die Gemeinde eigentlich von den Windräder?“

Die Mitglieder von der „Interessengemeinschaft der Gegner der Kreuzauer Windkrafträder vor der Haustür der Nideggener Bürger“ wollen gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes klagen. Dr. Helmut Waldmann: „Jedenfalls dann, wenn die Stadt Nideggen nicht klagt, und wenn diese Klage Aussicht auf Erfolg hat.“

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