Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“: Jugendliche ganz vorn

Von: Sarah Maria Berners
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Berzbuir hat Geschichte wie die alten Fachwerkhäuser beweisen, aber die Berzbuirer setzten vor allem auf die Zukunft und das Miteinander der Generationen. Foto: Sarah Maria Berners
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Berzbuir hat Geschichte wie die alten Fachwerkhäuser beweisen, aber die Berzbuirer setzten vor allem auf die Zukunft und das Miteinander der Generationen. Foto: Sarah Maria Berners
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Berzbuir hat Geschichte, wie die alten Fachwerkhäuser beweisen, aber die Berzbuirer setzen vor allem auf die Zukunft und das Miteinander der Generationen. Foto: Sarah Maria Berners
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Sie sind stolz auf die Goldmedaille: Marco Bringmann (v.l.), Dietmar Hacky, Jacqueline Hacky, Rebecca Schüßeler, Friedel Lövenich, Marco Jörres und Marita Schleicher. Im Bild fehlt Christian Schleicher. Foto: Sarah Maria Berners

Berzbuir. „Der liebe Gott hat die Erde nur einmal geküsst: an der Stelle, wo Berzbuir ist.“ Die jungen Bewohner des beschaulichen Dürener Stadtteils geben sich in einem Internetvideo selbstbewusst. Und ganz falsch liegen sie damit nicht.

Auch die Jury des Kreiswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ ist von Berzbuir überzeugt und hat den 500-Seelen Ort zwischen Kreisstadt und Eifel zum „Golddorf“ gekürt. Berzbuir ist zudem für die Teilnahme am Landeswettbewerb qualifiziert.

In dem typischen Straßendorf haben sich unter dem Dach der St.-Anna-Schützen vor allem junge Erwachsene um die Wettbewerbsteilnahme gekümmert. Diese „kluge Voraussicht“ ist ein Punkt, den die Jury positiv bewertete. „Der Zusammenhalt macht unser Dorf aus“, findet Jacqueline Hacky (18). Die Berzbuirer bescheinigen sich selbst ein „hyperaktives Vereinsleben mit verrückten Ideen“ und ein gutes Miteinander der Generationen.

Dieser Zusammenhalt ist auch der Jury aufgefallen: Der Dorfplatz, als Ort für alle Altersgruppen und Ansprüche hat den Juroren gut gefallen. Zentral im Dorf liegen dort Gemeinschaftshaus, Kinderspielplatz, Festplatz, Schützenplatz und der Bauwagen als Treffpunkt für die Jugendlichen ganz nah beieinander.

„Unser Dorf ist überschaubar“

„Unser Dorf ist überschaubar“, sagt Dietmar Hacky, der die Jugendlichen bei der Vorbereitung des Wettbewerbes unterstützt hat. Bei der wirtschaftlichen Entwicklung, bei Nahversorgung und Gewerbe könne ein kleiner Stadtteil wie Berzbuir nicht punkten. Umso wichtiger seien aber das Gemeinschaftsleben und der Zusammenhalt – Punkte, die die Menschen vor Ort beeinflussen und gestalten könnten. Das sind Punkte, die letztlich auch Auswirkungen auf die Versorgung und Mobilität der älteren Menschen im Ort haben.

„Blumen alleine reichen für den Wettbewerb heute nicht mehr“, wissen die Berzbuirer. Sie haben in den vergangenen Jahren den Spielplatz umgestaltet, einen Bauwagen als Treffpunkt für die Jugend installiert, die Kapelle saniert. Es gibt Treffpunkte und Angebote für Senioren (von Pfarre und Vereinen). Der Weihnachtsmarkt auf dem Bauschhof lockt immer mehr Besucher an, Weihnachtsbaumweitwerfen und Fingerhakeln erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Die Feuerwehr zählt 30 Mitglieder (auch aus Kufferath) und acht Jugendliche.

Die Berzbuirer feiern gerne

Es gibt eine Sache, die die Berzbuirer besonders gerne machen: Feiern. Das hat auch die Jury bemerkt. „Feste und Traditionen in den Dörfern müssen sich aber verändern, um für die jungen Leute interessant zu sein“, wissen Friedel Lövenich und Dietmar Hacky. Ein entsprechendes Angebot würde auch dafür sorgen, dass es die jungen Menschen nicht fortzieht, sondern dafür, dass sie zum Beispiel nach dem Studium wieder zurückkommen. „Traditionsverbunden, aber anders“, könnte man das Motto der Berzbuirer beschreiben.

Eine Interessengemeinschaft, die sich aus dem Fußballverein, der Feuerwehr und den Schützen zusammensetzt, ist im und rund um das Berzberger Haus, den Kommunikationspunkt im Dorf, aktiv. Und dort sehen die Berzbuirer noch Potenzial: Ein offener Bücherraum könnte zum Treffpunkt werden, in dem Gebäude sollen bald Konzerte regionaler Bands stattfinden, im Außenbereich ein kleiner „Biergarten“ angelegt werden. „Wir wollen weitere Möglichkeiten und Anlässe zur Begegnung schaffen“, beschreibt Marco Jörres. Auch am Bolzplatz soll sich noch etwas tun. „Wir packen gerne mit an. Wer Spaß haben will, muss vorher eben auch was dafür tun“, beschreibt Marita Schleicher (24).

Auch wenn der liebe Gott Berzbuir geküsst hat: Nicht alles im Dorf ist perfekt. So würden sich die jungen Bewohner ein kleines Baugebiet wünschen, aber keine Zersiedelung. Denn Bauland und kleine Wohnungen gibt es zu wenige. „Dafür gibt es aber auch keinen Leerstand“, beschreibt die Berzbuirer. Ihr Dorf findet übrigens nicht nur in der analogen Welt satt. Der Stadtteil ist auch im Internet vertreten. Hacky: „Man muss die jungen Leute da abholen, wo sie sind.“

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