Kreisverwaltung plant mit zwei Bürgerbüros

Von: Burkhard Giesen
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Die Stadt Düren hat schon vor vielen Jahren am Markt eine Anlaufstelle für die Bürger geschaffen: das Bürgerbüro. Die Kreisverwaltung will dem Beispiel folgen. In Jülich soll ein Bürgerbüro im Alten Rathaus eingerichtet werden, in Düren gegenüber dem Kreishaus, wenn das Stadthallen-Grundstück bebaut wird. Foto: B. Giesen

Kreis Düren. Die Verwaltung soll zum Bürger kommen. Das wird insbesondere für die Kreisverwaltung und die Bürger im Nordkreis zutreffen. Aber nicht nur. Der Plan der schwarz-grünen Koalition auf Kreisebene sieht vor, die Kreisverwaltung künftig auf zwei Standorte zu konzentrieren: natürlich Düren, aber eben auch Jülich.

Das Alte Rathaus in Jülich ist schon jetzt komplett mit Mitarbeitern der Kreisverwaltung belegt. Für die notwendige Erweiterung hat man sich bereits ein benachbartes Grundstück gesichert. „Selbst nach Jahrzehnten der kommunalen Neugliederung ist es immer noch nicht gelungen, in Jülich eine Identität mit dem Kreis Düren zu schaffen“, stellt Landrat Wolfgang Spelthahn fest. Genau das soll sich ändern.

CDU und Grüne machen sich dafür stark, dass in Jülich als zentraler Anlaufstelle für den Nordkreis die Bürger die Angebote der Kreisverwaltung in Anspruch nehmen können – inklusive Straßenverkehrsamt und Bürgerbüro. Selbst dem alten Wunsch der Stadt, im Alten Rathaus am Markt ein Café einrichten zu wollen, würde man nachkommen. Zudem sei in Verbindung mit dem Straßenverkehrsamt noch an einen Schildershop gedacht, erläutert Spelthahn die Planung – und wundert sich darüber, dass eine Entscheidung in Jülich derzeit eher gebremst werde. Spelthahn: „Wir brauchen noch die Zustimmung des Rates. Dass die Stadtverwaltung nun eine Verbindung zur Bebauung des Walramplatzes herstellt, ist völlig unverständlich. Was am Walramplatz passieren soll, hat mit uns nichts zu tun.“

Den Wunsch, die Verwaltung bürgerfreundlicher zu gestalten, will man auch in Düren realisieren. Der Plan für die Bebauung des Stadthallen-Geländes direkt gegenüber vom Kreishaus sieht vor, dass auch hier ein Bürgerbüro eingerichtet werden soll. An der entsprechenden Planung ist der Kreis indirekt durch die GIS, die Kreis-Gesellschaft für Infrastrukturvermögen, beteiligt, die rund 20 Prozent des Areals hält.

Dass es CDU und Grüne auf Kreisebene offenbar ganz gut miteinander können, verdeutlichen zwei weitere Schwerpunkte, die die beiden Koalitionäre in den nächsten Wochen in Angriff nehmen. So soll es in Zusammenarbeit mit dem Kreis Euskirchen eine neue Breitband-Initiative geben. Eine Machbarkeitsstudie samt Markterkundung soll klären, wie der gesamte ländliche Raum mit ausreichend schnellen Verbindungen versorgt werden kann.

Spelthahn: „Für viele ist heute die Datenautobahn wichtiger als die klassische Autobahn.“ Noch vor den Sommerferien soll zumindest der Bedarf ermittelt sein. Die Koalition setzt dabei auf ein Versorgungskonzept mit unterschiedlichen Anbietern und bedarfsgerechten Lösungen.

Beim Thema Nahverkehrsplan drängen insbesondere die Grünen auf Fortschritte. Mit der Nahverkehr Rheinland GmbH wird jetzt offiziell die Bördebahn reaktiviert. „Das bietet eine gute Zukunftsperspektive für die Mobilität, insbesondere im ländlichen Raum“, freut sich Bruno Voß von den Grünen.

Der erste von der NVR bestellte Zug fuhr am gestrigen Karfreitag. Auch wenn es vorerst bei Fahrten am Wochenende und an Feiertagen bleibt: Das Ziel sind tägliche Verbindungen. „Bahn und Bus intelligent verzahnen“, lautet zudem das Credo für den Rest des Kreises, das alles in Verbindung mit Schnellbussen und Car-Sharing-Angeboten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Karl Schavier: „Es wird jetzt Gespräche mit den Kommunen geben, damit wir Mitte 2015 in die konkrete Planung einsteigen können und die Umsetzung dann wie geplant bis 2017 erfolgen kann.“

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