Kreis Düren - Kreispolizei bedauert fehlende Helmpflicht für Radfahrer

Kreispolizei bedauert fehlende Helmpflicht für Radfahrer

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Sie hat keine Knautschzone und trägt keinen Helm: Radfahrerin vor der Überquerung einer Straße. Foto: imago
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Polizeihauptkommissarin Uschi Bertram. Foto: Abels

Kreis Düren. Die Zahl ist alarmierend: An jedem dritten Unfall im Kreis Düren ist ein Radfahrer beteiligt. Im vergangenen Jahr verunglückten insgesamt 213 Radler, einer davon tödlich, 42 mussten schwerverletzt in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Tendenz ist damit zwar etwas rückläufig, aber Handlungsbedarf besteht.

Seit dem 1. April gilt ein neuer Bußgeldkatalog, der rücksichtslose Radler stärker zur Kasse bittet. Wer einen vorhandenen und mit blauem Gebotsschild (Benutzungspflicht) gekennzeichneten Radweg nicht benutzt, lieber das Kräftemessen mit den Autofahrern auf der Straße sucht, oder auf dem Radweg in falscher Richtung unterwegs ist, wird mit 20 statt 15 Euro zur Kasse gebeten. Fahren ohne Licht kostet Radler nun 20 statt zehn Euro. Und wer beim falschen Einbiegen in Einbahnstraßen erwischt wird, muss je nach Situation 20 bis 35 Euro statt 15 bis 30 Euro bezahlen.

Aber wie so oft im Leben ist das nur die eine Seite der Medaille. „Nicht nur Radfahrer müssen sensibilisiert werden, sondern auch die Autofahrer“, betont Polizeihauptkommissarin Uschi Bertram. Die stellvertretende Leiterin des Verkehrsdienstes der Dürener Polizei weiß, dass sich das Verhalten beider Seiten ändern muss, um die Zahl der Unfälle mit Radfahrern zu senken.

„Dem Radfahrer muss klar sein, dass er bei einem Unfall keine Knautschzone hat und sein Verhalten ausschlaggebend ist“, betont die Hauptkommissarin. „Der Autofahrer hat die Knautschzone, darf aber die Schwächeren nicht vergessen.“ Im Bereich der Polizeiwache Jülich kamen kamen 2013 insgesamt 73 Radfahrer zu Schaden. Einer verunglückte tödlich, elf wurden schwer verletzt. Die leichten Rückgänge führt die Polizei auch auf „die intensivierte Verkehrsüberwachung dieser Zielgruppe“ zuück.

Schutzstreifen auf Fahrbahnen

Uschi Bertram begrüßt es ausdrücklich, dass Autofahrer auf den in vielen Kommunen bereits vorhandenen Schutzstreifen auf den Fahrbahnen – wenn sie mit dem entsprechendem Rad-Piktogramm gekennzeichnet sind – generell nicht mehr anhalten, geschweige denn parken dürfen. Autofahrer, die erwischt werden, müssen mit einem Verwarnungsgeld von mindestens 20 Euro rechnen.

Zickzack fahrende Radfahrer auf Straßen, auf der regelmäßig Anlieferverkehr die Schutzstreifen blockiert, müssten damit bald der Vergangenheit angehören.

Positiver Nebeneffekt des generellen Parkverbots auf Schutzstreifen: Entlang solcher Straßen können die Halteverbotsschilder entfallen, erklärt Uschi Bertram. Sie hofft, dass die Kommunen dort, wo die Schutzstreifen noch nicht entsprechend gekennzeichnet sind, schnell handeln werden.

Eine Kontrolle pro Woche

Weniger erfreut ist sie, dass sich der Gesetzgeber nicht zu einer Helmpflicht für Radfahrer durchringen konnte. Deshalb ihr Appell: „Denken Sie an Ihren Kopf, auch wenn es nicht Pflicht ist.“

Der Verkehrsdienst der Polizei wird sich weiter intensiv Radfahrern widmen. Eine Schwerpunktkontrolle pro Woche sei auch in Zukunft geplant, betont die Hauptkommissarin. Kontrollen, bei denen auch die Verkehrssicherheit der Räder unter die Lupe genommen wird.

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