Kreisjahrbuch 2016 zeichnet unterschiedliche Schicksale nach

Von: sj
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Das neue Kreisjahrbuch ist fertig: Landrat Wolfgang Spelthahn (Mitte) sowie Ludger Dowe, Gerda Kückhoven, Guido von Büren und Kathrin Hahne (von links) vom Redaktionsteam stellten es vor. Foto: Stephan Johnen

Kreis Düren. Das ehrenamtlich tätige Redaktionsteam hat ein feines Gespür bewiesen: „Flucht, Vertreibung und Migration“ ist das Kreisjahrbuch 2016 überschrieben. „Es spiegelt auf hervorragende Weise gesellschaftliche Themen“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn bei der Vorstellung des 208 Seiten starken Werkes im Kreishaus.

Die Lektüre lade dazu ein, sich der eigenen Wurzeln bewusst zu werden: „Die Masse unserer Bevölkerung im Kreisgebiet hat sich irgendwann aufgrund von politischen oder religiösen Konflikten selbst auf die Flucht begeben.“

Den Einstieg in das neue Kreisjahrbuch bilden mehrere Geschichten, die unterschiedliche Schicksale nachzeichnen. Helmut Bongartz berichtet über die Evakuierung seiner Familie während des Zweiten Weltkrieges und die Rückkehr in die zerstörte Stadt Düren. Marianne Freier schildert, wie sie als Flüchtling in der Nachkriegszeit von Berlin nach Düren kam und in der damaligen Riemann-Kaserne eine Notunterkunft bezog. Irma Steinmetz berichtet von ihrem Schicksal als Spätaussiedlerin und der schwierigen Aufgabe, den Lebensweg wieder zu finden.

Spannend zu lesen sind auch die „Integrationsberichte“ von fünf Frauen mit Migrationshintergrund. „Es war nicht alles Zuckerschlecken. Die Autorinnen benennen ganz klar Probleme und Schwierigkeiten“, erläutert Bernd Hahne vom Redaktionsteam. „Kein Grund zum Feiern“ ist der Text über die seit 30 Jahre laufende Arbeit des Arbeitskreises Asyl Jülich überschrieben. Die Botschaft lautet: Die Probleme sind größer als je zuvor, die Arbeit darf nicht ruhen. Von den aktuellen Entwicklungen beinahe überholt wurde der Bericht über die Einrichtung einer Notunterkunft im ehemaligen Munitionsdepot in Gürzenich-Wald.

Es gab auch eine Flucht aus dem eigenen Land. Im Kreisjahrbuch wird auch die Emigration von Juden aus dem Kreis Düren während der NS-Zeit thematisiert. Ebenfalls eine Form von „Vertreibung“ ist für das Redaktionsteam die vor 35 Jahren erfolgte Umsiedlung von Lich-Steinstraß nach Jülich.

Das Kreisjahrbuch wäre aber nicht das Kreisjahrbuch, wenn es über ein Kernthema hinaus nicht auch einen breiten Mix gäbe. Guido von Büren beispielsweise widmet Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg, der vor 500 Jahren geboren wurde, einen Aufsatz. Ebenso werden für den Leser Fundstücke zum Aufstieg und Untergang der jüdischen Gemeinde Müddersheim aufbereitet. Ein Artikel ist dem Karneval der etwas anderen Art gewidmet und blickt auf 15 Jahre Skunk-Sitzung zurück, ein anderer Bericht rückt die Dürener Schauspielerin Sybille Schmitz in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Damit sind die Themen aus Nordkreis und Südkreis jedoch noch lange nicht erschöpft.

Das Kreisjahrbuch 2016 (ISBN 978-3-942513-33-3) ist ab sofort im Buchhandel erhältlich. Ein Exemplar kostet elf Euro.

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