Kreis Düren bereitet sich auf Impfaktion vor

Von: Stephan Vallata
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Der Impfstoff gegen das sogenannte Schweingegrippevirus H1N1 soll ab dem 26. Oktober flächendeckend zur Verfügung stehen. Auch der Kreis Düren bereitet sich auf diesen Stichtag vor. Foto: ddp

Kreis Düren. Der 26. Oktober ist ein Datum, das man sich durchaus mal im Kalender rot anstreichen könnte. Nicht weil an diesen Tag die Schule nach den Herbstferien wieder startet. Sondern weil die Impfungen gegen das Virus H1N1 - besser bekannt als Schweinegrippe - beginnen sollen.

Bisher war der Verlauf der Infektion in Deutschland fast ausschließlich relativ mild. Allerdings halten Virologen eine zweite, ungleich heftigere Erkrankungswelle in den kommenden Monaten für möglich.

„Das ist reine Spekulation”, sagt Dr. Gabriele Heuser vom Kreisgesundheitsamt. Eine seriöse Antwort auf die Frage nach der zu erwartenden Infektionsrate könne kein Experte geben, glaubt die für den Fachbereich Infektionsschutz zuständige Ärztin.

Da sich die tatsächliche Gefahr nicht genau einschätzen lasse, sei Vorsicht angeraten. In Düren sind seit Mai 60 Personen an H1N1 erkrankt. Anders als erwartet, ist es nach den Sommerferien nicht zu einem Anstieg von Infektionen gerade an Schulen gekommen.

Ob sich nun jeder Mensch unabhängig von Alter, Konstitution und Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe impfen lassen muss, ist eine weitere Frage, die sich mangels längerfristiger Erfahrungen mit dem neuartigen Erreger nicht so ohne weiteres beantworten lässt. Amtsärztin Heuser rät zu einer „individuellen Risiko-Nutzen-Abwägung” mit dem jeweiligen Hausarzt.

Fest steht schon jetzt: Der Impfstoff wird aufgrund limitierter Produktionskapazitäten nicht von Anfang an in voller Menge zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund sollen sich Menschen mit einem erhöhten Risiko zuerst impfen lassen können. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit sind das etwa 30 Prozent der Bevölkerung.

Dazu zählen Beschäftigte im Gesundheitswesen mit Patientenkontakt, chronisch Kranke und Schwangere. „Für Schwangere gibt es bisher noch keinen zugelassenen Impfstoff”, weiß Heuser. Ein solcher müsse aus Gründen der Vorsicht besonders arm an Nebenwirkungen sein. Eine Impfpflicht besteht nicht. Aber: „Jeder, der möchte, hat die Möglichkeit, sich impfen zu lassen.”

Das Kreisgesundheitsamt hat seinen Aktionsplan mit der Kassenärztlichen Vereinigung abgestimmt. Die Details der Vorgehensweise sollen in der kommenden Woche vorgestellt werden. Wichtig ist auch noch: Eine Impfung gegen H1N1 ersetzt nicht die Impfung gegen die saisonale Influenza.

„Mit der gleichzeitigen Verabreichung beider Wirkstoffe gibt es bisher noch keine Erfahrungen”, sagt Heuser. Nach Auskunft des Landkreistages NRW werden die Kreise nach derzeitigem Stand auf zentrale Impfstellen verzichten und „stattdessen auf die bewährten Strukturen der Hausärzte zurückgreifen”. Es sei davon auszugehen, dass der Impfstoff für alle interessierten Bürger ausreiche.
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