Krautrock vom Allerfeinsten

Von: Sylvia Dietl
Letzte Aktualisierung:
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Auch nach 40 Jahren Bandgeschichte rocken sie immer noch: „Birth Control” mit Gitarrist Peter Engelhardt und Schlagzeuger Bernd „Nossi” kamen in der Endart mächtig gut an. Foto: Dietl

Düren. „Das ist Rockmusik vom Feinsten”, sagte Edmund Hermes begeistert, der aus Gummersbach angereist war, um die Krautrock-Legende „Birth Control” live on stage zu sehen.

Und auch für den 51-jährigen Stefan Pilgermann aus Oberzier war der Besuch des Konzertes in der Endart ein Muss: „Birth Control war in meiner Jugend die führende deutsche Rockgruppe! ”

Der im Jahre 1968 in Berlin gegründeten Band gelangen zahlreiche internationale Erfolge. Vor allem der Kult-Hit der 70er Generation „Gamma Ray” machte die Gruppe berühmt. „Birth Control” hat turbulente Zeiten überstanden und gilt auch heute als einer der besten Live-Acts in der Rockszene. Von der ursprünglichen Formation ist nur noch Schlagzeuger und Leadsänger Bernd „Nossi” Noske mit dabei. Er ist der Kopf der Kultband, prägte über vier Dekaden entscheidend ihren Stil - eine Ikone eben. Um sich geschart hat er eine kraftvolle Truppe von Vollblutmusikern: Peter Engelhardt an der Gitarre, Sascha Kühn an den Keyboards und Tim Rashid am Bass.

Das Quartett lieferte ein fulminantes zweistündiges Konzert, schöner, mitreißender, progressiver Rock im unverwechselbaren „BC-Sound”. Sie zelebrierten alte Hits und neue Songs, und es war, als flossen die 70er, 80er und 90er Jahre ineinander. Das Publikum ging mit. Gleich zu Beginn Rockdonner auf der Bühne mit dem Powerstück „The Work Is DoneÓ. Es folgten „Hope”, und Songs aus dem Album der 70er Jahre „Plastic People”. Vor allem der Klassiker dieses Albums „Trial Trip” in der heutigen Version mit Peter Engelhardt an der Gitarre war ein Kracher. Seine Soli atemberaubend, sein Spiel gewaltig. Auch Tim Rashid legte mit sensationellen und präzisen Bassläufen mehr als ein fetzendes Rhythmusfundament. Am Keyboard glänzte Sasha Kühn.

Auf einem Podest

Über allen thronte Leadsänger und Drummer „Nossi” auf einem Podest. Man könnte glauben, er habe sein Schlagzeug dort festgeschraubt, damit es ihm nicht um die Ohren fliegt, wenn er sich rauschartig minutenlang in seine aufsehenerregenden Soli spielt. Auch mit 63 Jahren lässt „Nossi” die Drumsticks präzise wirbeln, drischt scheinbar gleichzeitig auf sämtliche Becken und Trommeln ein und sorgt für jede Menge instrumentaler Effekte. Nicht umsonst wurde er in den 70er Jahren mehrfach als bester deutscher Drummer ausgezeichnet. „Nossi” besticht auch als Stimme der Band, unverwechselbar im Timbre und ausdrucksstark. Auch wenn feinfühliger Gesang eher nicht zu seinem Repertoire gehört, kam Bernd Noske einmal hinter seinem Drum hervor und präsentierte die Ballade „A Night Of It”. Vor allem die weiblichen Fans liebten ihn dafür.

Nummern wie „Alsatian”, der Titelsong aus der gleichnamigen neueren CD, brachte die knapp 200 Fans ebenso zum Kochen wie der Song „Back from Hell”. Das Konzert gipfelte schließlich im Kult-Hit „Gamma Ray”, den die Band in einer Longversion spielte, während die Zuschauer tanzten und rockten.

Auch Edmund Hermes war hin und weg: „Genauer Rhythmus, Supersound, perfekte Abstimmung. So muss Rockmusik klingen. Einfach geil!”
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