Krankenhaus Düren: 28 Ausbildungsplätze gegen den Pflegenotstand

Von: sj
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28 Krankenpflegeassistenten wie Yvonne Becker (r.) sollen künftig im Krankenhaus Düren ihr Handwerkszeug erlenen. Foto: Stephan Johnen

Düren. Dem deutschen Gesundheitswesen droht ein Pflegenotstand. „Bis zum Jahr 2030 wird es im Kreis Düren weitere 25.000 Menschen geben, die älter als 65 Jahre sind“, sagt Dr. Gereon Blum, Geschäftsführer des Krankenhauses Düren. Während die Zahl der Patienten damit deutlich steigen wird, gibt es in den kommenden Jahren laut Prognosen jedoch ein Fünftel weniger Bewerber um einen Ausbildungsplatz in der Krankenpflege.

Vor diesem Hintergrund wollen das Krankenhaus Düren und die Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft Low-tec eine neue Zielgruppe für die Pflegeausbildung erschließen.

„Nicht alle Menschen nehmen den direkten Weg ins Berufsleben“, weiß Low-tec-Geschäftsführer Josef Macherey. Manchmal gebe es Knicke oder gar Brüche in der Biografie. Langzeitarbeitslosen sowie Menschen mit Migrationshintergrund und Erziehungszeiten sei der Zugang zu einer Ausbildung in den Pflegeberufen bislang erschwert gewesen.

Mit ihrer Kooperation wollen die Low-tec und das Krankenhaus Düren diese Menschen für eine berufliche Karriere im Gesundheitswesen gewinnen. Bis zu 28 Gesundheits- und Krankenpflegeassistenten sollen künftig jedes Jahr ausgebildet werden. Unterstützt wird das Projekt von der Job-com des Kreises Düren.

Die Ausbildung in diesem staatlich anerkannten Beruf erfolgt in Trägerschaft des bei der Low-tec angesiedelten Evangelischen Fachseminars für Altenpflege. Das theoretische und praktische Handwerkszeug für ihr späteres Berufsleben erhalten die Auszubildenden im Krankenhaus Düren. Vor dem Beginn der einjährigen Ausbildung werden die Teilnehmer im Fachseminar auf die Ausbildung vorbereitet und es wird eine Auswahl erfolgen. „Nur wer das Lernen auf Dauer schafft und die notwendige Motivation hat, beginnt die Ausbildung“, sagt Josef Macherey. Während der zwölf Monate werden die Azubis sozialpädagogisch begleitet.

„Die Absolventen werden sicherlich mit Kusshand überall genommen“, wagt Dr. Gereon Blum eine Prognose. Das Krankenhaus Düren habe bislang schon gute Erfahrungen mit fertig ausgebildeten Gesundheits- und Krankenpflegeassistenten gemacht, die unter Aufsicht des examinierten Pflegepersonals „patientennah“ auf den Stationen arbeiten.

„Mehr Präsenz am Bett“, umreißt Dr. Gereon Blum die Aufgaben. Die Assistenten helfen bei der Grundpflege von Patienten. Einsparungen beim examinierten Personal seien nicht zu befürchten, betont Blum. Im Gegenteil. Da die examinierten Kräfte zunehmend Verwaltungsaufgaben übernehmen und in bürokratische Prozesse eingebunden sind, werde der Bedarf an Assistenten zunehmen.

Gleichzeitig sollen die Teilnehmer des Projekts auf eine weiterführende Ausbildung vorbereitet werden. Das Krankenhaus Düren hat zuletzt seine diesbezüglichen Bemühungen stark intensiviert. Gab es vor zehn Jahren noch 60 Azubis in der Krankenpflegeschule, sind es mittlerweile 120, davon 45 in Teilzeit. „Es wird dennoch immer schwieriger, Auszubildende zu gewinnen“, bilanziert Schulleiter Heinz Lönneßen.

Die neue Ausbildung zum Krankenpflegeassistenten könne die Eintrittskarte für eine weitere Qualifizierung sein. Derzeit baue das Krankenhaus ein Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen auf. Weitere Kooperationspartner sollen helfen, das Ausbildungsspektrum zu erweitern.

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