Kramp-Karrenbauer als Festrednerin bei Frauen-Union

Von: sj
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Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer war Festrednerin beim Geburtstag der Frauen-Union. Foto: Stephan Johnen

Kreis Düren. Annegret Kramp-Karrenbauer redet nicht gerne um den heißen Brei herum. Sie sagt, was sie denkt und was sie beschäftigt. „Wir dürfen es uns nicht bequem machen“, appellierte die saarländische Ministerpräsidenten an die Geburtstagsgäste im Dürener Leopold-Hoesch-Museum.

Über Jahrzehnte erkämpfte Erfolge der Emanzipation, Gleichberechtigung und persönlichen Freiheit seien vielmehr eine Verpflichtung für die Zukunft, weiterhin engagiert für Gleichberechtigung einzutreten. „Vieles von dem, was heute so selbstverständlich erscheint, ist erst vor relativ kurzer Zeit erkämpft worden“, sagte sie. Erfolge aus der Vergangenheit seien kein Garant für Stabilität in der Zukunft.

Die Frauen-Union im Kreis Düren feierte am Sonntag ihren 50. Geburtstag; die Vorsitzende Dr. Patricia Peill hatte Annegret Kramp-Karrenbauer als Festrednerin gewinnen können. Sowohl die Gastgeberin als auch ihr Gast blickten angesichts des Geburtstages zurück auf die Leistungen ungezählter Mitstreiterinnen, die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Gleichberechtigung von Frau und Mann überhaupt erst zum Thema gemacht hatten. Beide wagten auch einen Blick in die Zukunft und skizzierten, welche Aufgaben trotz aller Fortschritte noch gemeistert werden müssen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beispielsweise sei zwar „überall als Thema präsent“, doch gerade in der Wirtschaft müssten noch Betriebsmodelle ermöglicht werden, die Anspruch und Wirklichkeit näher aneinander bringen. „Viele junge Leute haben den Wunsch, erfolgreich im Beruf zu sein und eine Familie zu gründen“, sagte Annegret Kramp-Karrenbauer. „Aber wie viele Frauen erfüllen sich diesen Wunsch? Da klafft eine große Lücke“, sagte sie. Die Wirtschaft stehe in der Verantwortung, Modelle zu entwickeln, die diese Lücke schließen. Auch im eigenen Interesse. „Im Kampf um die besten Mitarbeiter kann dies entscheidend sein“, ist die Ministerpräsidentin überzeugt.

In ihrer Festrede ging Annegret Kramp-Karrenbauer besonders darauf ein, wie wichtig es sei, „den Mut und die Kraft zu haben, für das Erreichte einzutreten“. Das gleiche Recht von Männern und Frauen, der Wertekanon westlicher Gesellschaften, freier Zugang zu Bildung, die Freiheit, sein Leben so zu führen, wie man es möchte: „Alle diese Werte werden derzeit angegriffen“, ging die Ministerpräsidentin beispielsweise auf ein Erstarken der Terrorgruppe Islamischer Staat, auf Morde an Christen und Juden in Nordafrika, auf die Verfolgung von Frauen ein. Vieles, was derzeit auf der Welt geschieht, erinnere ans „tiefste Mittelalter“, sei noch vor einigen Jahren gar nicht vorstellbar gewesen. „Es geht um universelle Fragen von Menschenrechten“, betonte sie. Diesen Herausforderungen müsse sich unsere Gesellschaft stellen.

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