Kostbarer Hörgenuss: Spiel auf federleichter Mandoline

Von: Georg Neulen
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Bürgermeister Paul Larue (links), Dr. Güttler und Darja Großheide würdigten die Musik der Künstler vor ihnen, Gerald Hambitzer und Anna Torge. Foto: (gn)

Düren. Der Einladung zum Auftaktkonzert der Serie „Tonspuren“ unter Leitung von Darja Großheide war Bürgermeister Paul Larue als Vorsitzender des Fördervereins „Fabrik für Kultur und Stadtteil“ gern gefolgt, um mit den Zuhörern an den bequemen Rundtischen eine neue Musikerfahrung zu machen und die nachhaltig zuverlässigen Musikprogramme der Region zu würdigen, für die auch der Kunstförderverein Kreis Düren mit seinem Vorsitzenden Dr. Hans-Joachim Güttler als Projektträger stehe.

Das Gastspiel des vielfach ausgezeichneten Duos Anna Torge (Historische Mandoline) und Prof. Gerald Hambitzer (Pianoforte), der sich vom Zentrum Concerto Köln aus große internationale Verdienste um Alte Musik gemacht hat, wurde zu einem kostbar-intimen Hörgenuss eigener Qualität mit musikhistorischen Einblicken zu den Komponisten und Instrumenten. Wer wusste, dass Anna Torges schlanke, perlmuttverzierte Mandoline, seit Vivaldis Zeiten federleicht gebaut mit einem Bussard-Federkiel, gezupft wird?

Die Sonata II von Gabriele Leone und Porto Antonio Felizianos Sonata con Variatione hatten je dreisätzig den höfisch tänzerischen Charakter wie auch den erfrischend munteren virtuosen und volksliedhaften Stil der Kompositionen des 18. Jahrhunderts demonstriert. Hambitzer machte einen kurzweiligen Exkurs über die Vorzüge des Hammerflügels oder Pianoforte mit der zur Mandoline ausgeglicheneren Klangstärke und den kleineren Maßen als eines modernen Konzertflügels, ganz aus Holz und mit Hämmerchen, deren stärkstes leichter ist als das leichteste im Flügel.

Er würdigte die Karriere Johann Nepumuk Hummels bis zur kollegialen Nähe zu den großen Wiener Klassikern.

Dessen Grande Sonata per Piano Forte con accompagnamento di Mandolino C-Dur op.37 wurde in den drei Sätzen mit ihrem größeren und anspruchsvolleren Klangrahmen dem Titel gerecht. Nach der Pause stand Beethoven im Mittelpunkt, zunächst mit einem Zwitter. Denn erst vor einem Jahr hat Frank Löhe aus Beethovens Skizzenbuch Teile des Rondos in D-Dur für Mandoline und Pianoforte rekonstruiert.

Der Titel des Konzerts „Pour ma belle Josephine“ wurde erst zum Schluss verständlich. Beethoven hatte in seiner Karriere als virtuoser Konzertpianist auf einer Tournee mit seinem Mäzen-Fürsten nach Prag offenbar Feuer gefangen.

Ein umfangreiches Pretiosenpaket von Kompositionen hat er der Komtesse Josephine gewidmet. Die Auswahl der vier Sonatinen und Variationsstücke von 1796 lässt in anmutigen Melodien und Themen die innige Zuneigung erkennen. Für den reichen Beifall gab es noch eine hübsche Zugabe, dazu den werbenden Hinweis auf den Flyer mit den folgenden Konzerten ab 12. September.

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