Konzert: „(K)ein Problem mit der Liebe“ führt zu Staunattacken

Von: Gudrun Klinkhammer
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Kontra-Alt und Bariton ergänzen sich hervorragend: Wolfgang Tombeux und Birgit Breidenbach beim Konzert auf Schloss Burgau. Foto: (gkli)

Düren. Das war mal gekonnt inszeniert! Klingt die Einladung zu einem Liederabend mit Operettenmelodien eher nach zurücklehnen und leicht vor sich hindämmern, saßen die rund 150 Zuhörer am vergangenen Sonntag im Konzertsaal von Schloss Burgau nach den ersten Staunattacken pielegerade und hellwach auf ihren Stühlen.

Die beiden Gesangskünstler Birgit Breidenbach und Wolfgang Tombeux hatten sich unter der Überschrift „(K)ein Problem mit der Liebe“ so allerlei zum Thema „Liebe“ ausgedacht.

Unterteilt in einzelne Kapitel präsentierten sie von der Schnulze bis zum Schmankerl nahezu alles, was die neuere Musikwelt zum Thema zu bieten hat. Begleitet wurden die beiden von Jan Weigelt am Flügel. Mit seiner Spiellust und seinem großen Können, denn auch oder vielleicht gerade die leichte Muse will gelernt und korrekt präsentiert sein, beflügelte er die beiden Stimmartisten auf das Feinste. Während Jan Weigelt von vorne herein am Tasteninstrument mitten auf der Bühne Platz nahm, verteilten sich Breidenbach und Tombeux zunächst abwechselnd im Saal.

Mit den allerwenigsten Hilfsmitteln, mit viel Humor und Finesse inszenierten die beiden das ganz große Schauspiel. Den ersten Paukenschlag lieferte die Sängerin. In einem Türrahmen am Rande des Saales stehend setzte sie an zum Titel „Irgendwo auf der Welt“.

Allerdings säuselte den Zuhörern keine zart-zuckersüße Sopranstimme entgegen, die sich auf hohen Hacken in die höchsten Höhen des Tonhimmels schraubt, sondern eine Kontra-Altstimme, wie sie tiefer kaum sein kann.

Doch siehe da: Hervorragend ergänzten sich Kontra-Alt und Bariton, kamen sich räumlich immer näher, bis es akustisch und optisch blitzte und funkte in Titeln wie „Die ganze Welt ist himmelblau“, „So verliebt“ oder auch „Ich bin ja heut so glücklich“.

Aber wie es im Leben manchmal so geht, so inszenierte es auch das musikalische Trio: Der Alltag kehrt ein („Das bisschen Haushalt“, „Ohne Krimi geht die Mimi nicht ins Bett“, „Tamerlan“), und mit Streit und Trennung („Der Liebesbrief“, „Frag nicht, warum ich gehe“, „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“, „Davon geht die Welt nicht unter“) endete die ganze Geschichte.

Super gemacht, dafür gab es eine Menge begeisterten Beifall. Dass die Ausnahme-Sängerin, die als Dozentin an der Hochschule für Musik in Münster lehrt, frei nach dem Motto lebt: „Sich nie in Routine verlieren und immer nach neuen Wegen suchen“, das kauft man ihr nach diesem Abend sofort und ohne zu zweifeln ab.

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