Konzert „Heimat – musikalisch“: Kraftvolles Spiel auf dem Klavier

Von: Bruno Elberfeld
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Dozenten der Musikschule Düren boten einen bunten Strauß von Melodien von Europa bis Asien und nach Amerika und von Nord bis Süd. Foto: bel

Niederau. Bei dem Titel „Heima – musikalisch“ gerät der Leser leicht in das Reich der Assoziationen. Hört man beim Dozentenkonzert der Musikschule im Konzertsaal von Schloss Burgau bayrische oder österreichische Volksmusik? Stehen Lieder der „Kastelruther Spatzen“ im Programmheft oder wird der eine oder andere Karnevalsschlager aufgelegt, der im Laufe der Jahre zu einem Volksmusikschätzchen geworden ist?

Die Leiterin der Musikschule, Andrea Nolte, und der Moderator des Abends, Gerd F. Schumann, machten diesen Erklärungsversuchen den Garaus. Das internationale Völkchen der Lehrer der Musikschule Düren hatte zum einen – jeder für sich – Kompositionen aus ihren Herkunftsländern gewählt, zum andern bekannten sie unisono, dass Musik generell ihre Heimat sei.

Geschickt leitete Schumann zu dem ungarischen Komponisten Denes Agay über, einem Ungarn jüdischer Herkunft, der 1939 vor den Nazis nach New York geflüchtet war. Das Bläserquintett mit Birgit Bergk (Querflöte), Anke Grotz (Oboe), Joachim Locker (Klarinette), Friederike Nesselrode (Fagott) sowie Klaus Wolf (Horn) spielte einen Auszug aus „Five Easy Dances for Woodwind“.

Heiter und fröhlich

Eröffnet hatte das Quintett mit dem „Bläserquintett F-Dur“ von Franz Danzi, heiter, fröhlich, eine Vorbereitung auf gute Gefühle. Akira Okoshi demonstrierte mit seiner Querflöte, dass japanische Musiker nicht nur Bach hervorragend interpretieren können, sondern auch Werke aus ihrer Heimat. Begleitet von Andrea Nolte mit dem Akkordeon begeisterte er mit „Haro nu umi“ (Das Meer im Frühling) von Michio Miyagi mit ausgefeilter Technik und gefühlvollem Vortrag.

Die Heimat von César Avilés ist Puerto Rico. Die Wahl der Musikstücke fielen dem Violindozenten leicht. „Die Rhapsodia Borinquena“ von Nicky Aponte basiert auf der Nationalhymne Puerto Ricos. „Caprice No. 2“ ist eine Eigenkomposition des Musikers. Wie bei Akira Okoshi waren die zahlreichen Gäste verblüfft, welche Möglichkeiten ein Virtuose wie Avilés mit seiner Violine hat.

Andrea Nolte spielte gar meisterlich auf dem erst vor 188 Jahren in Wien erfundenen Instrument, dem Akkordeon, lange Zeit als Begleiter für Folklore oder Seemannslieder verkannt. Nolte und Joachim Locker (Klarinette) stellten die Sätze Allegretto, Sarabande und Allegro aus dem „Farbenkreis“ des kanadisch-österreichischen Komponisten David Johnston vor. Gerd Schumann und Andrea Nolte „traktierten“ den Flügel mit Werken von Brahms und Bizet.

Virtuos und empathisch

Die Bearbeitung für Klavier zu vier Händen des dritten Satzes aus Brahms 3. „Sinfonie c-moll“ und „Leux d´enfant“: Le bal, von George Bizet standen auf dem Programm. Birgit Bergk (Querflöte) und Andrea Nolte (Klavier) brachten virtuos und empathisch die „Suite antiques“ von John Rutter zu Gehör. Die Sopranistin Natalia Schmidt wurde bei ihren Liedern am Flügel von Tanja Wollert begleitet. Die drei Lieder erklangen in Bulgarisch, der Muttersprache der Sängerin. Nathalia Schmidt stellte neben Tanja Wollert sitzend ihre Fähigkeiten als Pianistin unter Beweis.

Kraftvoll und gewaltig bearbeiteten die beiden Musikerinnen die Tasten des Flügels. Der schlecht gedämmte Raum erbebte bei den Liedern von Valery Gavrilin und Valerie Swiridov. Das Publikum war von diesem kraftvollen Spiel jedoch sehr angetan und bedankte sich mit „Standing Ovations“. Tenor Wolfgang Tombeux sang aus der Oper „Die tote Stadt“ von Erich Wolfgang Korngold von dem leidvollen Leben des Protagonisten Paul, der mit seinem Leben hadert. Es herrscht meist eine düstere Atmosphäre, der man ein „Happy End“ wünscht. Begleitet wurde Tombeux am Flügel von Andrea Nolte.

Die Zugabe geriet zum Abbild der „Familie Feuerstein“ aus der Serie „Flintstones“. Unter dem Motto „Wehe, wenn sie losgelassen werden“ kamen zur Gaudi der Besucher neben den schon bekannten Instrumenten Rhythmusinstrumente zum Einsatz.

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