Konzert: Die Instrumente beantworten auch Fragen

Von: Bruno Elberfeld
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Solist auf Flügelhorn und Trompete war Rüdiger Baldauf, ein Gast der Big Band des Heeresmusikkorps, das in der Nörvenicher Neffeltalhalle für das Soldatenhilfswerk und den Verein „Nörvenich hilft“ aufspielte. Foto: bel

Nörvenich. Zum letzten Mal war die Neffeltalhalle in Nörvenich vor 18 Jahren Spielplatz für das „Heeresmusikkorps Koblenz, Abteilung Big Band“, gewesen. Viele Nörvenicher erinnerten sich gerne an den damals ausverkauften Raum. Auch dieses Mal füllten etwa 480 Gäste die Stuhlreihen, obwohl es Wochenmitte war.

Das zeige, alle Festredner betonten dies an diesem Abend, die gewachsene Verbundenheit der Nörvenicher Bevölkerung mit dem „Luftwaffengeschwader 31 Boelcke“.

Schwimmen lernen

Bürgermeister Dr. Timo Czech (CDU), einer der beiden Schirmherren der Veranstaltung, zählte viele Dinge auf, bei denen die Nörvenicher durch Boelcke profitierten. „Einige Tausend Menschen haben beispielsweise im Schwimmbad der Kaserne das Schwimmen gelernt“, erinnerte Czech.

Timo Heimbach, Oberstleutnant und derzeitiger Kommandeur des Geschwaders, schloss sich als zweiter Schirmherr den Worten des Bürgermeisters an. „Zwischen Bürgern in Uniform und den Bürgern in Zivil“, sagte der Kommandeur, „bestehen vielseitige freundschaftliche Verbindungen, die auch durch einen Zaun nicht verschlechtert werden könnten.“

Den Erlös des Abends teilen sich das „Soldatenhilfswerk“ und der Nörvenicher Verein „Nörvenich hilft“, der sich die Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern auf seine Fahne geschrieben hat. Und dann ging es im wahrsten Sinne des Wortes los. Die Männer und Frauen auf der Bühne in Ausgehuniform zeigten, wozu sie mit ihren Instrumenten, gemeinsam im Team und auch bei ihren Soli, fähig sind.

Die Halle wurde kräftig durchschallt. Ruhezeiten für die Ohren gab es nur selten. „Earth, wind and fire“, ein kräftiger Beginn mit drei Elementen zum Thema, brachte Truppe und Gäste in Bewegung. Beim „Badgerblues“, zeichnete das sanfte Keyboard die Melodie vor, der Kontrabass nahm auf, gefolgt von Drums und Schlagwerk, vier Trompeten durchbliesen die Halle, bis der Leiter der Big Band, Stabsfeldwebel Christopher Buchheim, mit seinem Saxophon klarstellte, warum er der musikalische Chef dieses Klasse-Ensembles ist.

Aus dem Rahmen

Auf der Bühne der Neffeltalhalle erschien ein Musiker, Trompete und Flügelhorn, der zumindest von seinem Outfit her aus dem Rahmen fiel: Rüdiger Baldauf, einer der besten Trompeter, den Deutschland vorwiesen kann. Baldauf gehörte zur Band von Paul Kuhn, bis dieser verstarb. „Over the rainbow“ – mit Inbrunst blies der Solist dieses weltbekannte Lied „In memoriam Heinz Kühn“.

Die Programmmacher hatten ruhige, melancholische Stücke mit fetzig-furiosen gemischt. Manchmal fand diese Reihenfolge von Ruhe und Dynamik aber auch innerhalb eines Liedes statt. Dann begann es langsam und besinnlich, bis ein Instrument Fragen stellte.

Die Antworten wollten alle Instrumenten-Stimmen geben. Dass es dann oft sehr laut wurde, war nicht zu vermeiden. Hier und da summten einige Gäste in der Pause oder am Ende des Konzerts auf dem Weg nach draußen ihre Ohrwürmer: „You are not alone“ von Michael Jackson, „Rhythm of the world“ oder den lateinamerikanischen Sound „Sussudio“.

„How do you keep“ entwickelte sich zum Soli-Wettbewerb zwischen Baldaufs Trompete und Buchheims Saxophon. Überschrift: Haste (noch) Töne? Ja, sie hatten beide immer noch Töne.

Dass bei einem Konzert natürlich „In the mood“ nicht fehlen darf, war vorauszusehen. Ein würdiger Abschluss eines tollen Events, das Menschen helfen wird und die Akteure wieder ein Stück nähergebracht hat.

Die Veranstaltung war eine Kooperation zwischen dem „Heeresmusikkorps 300 Koblenz“ und der „IG Nörvenicher Vereine“.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Oberstabsfeldwebel Bertram Kleis.

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