Düren - Kontroverse Debatte um die nächste Annakirmes

Kontroverse Debatte um die nächste Annakirmes

Von: Ingo Latotzki
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Auf die Kirmes 2018 sollen zehn bis zwölf neue Geschäfte kommen. Das entschied jetzt die Politik. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Als Kommunalpolitiker muss man schon mal ganz schön Sitzfleisch haben. Bis nach Mitternacht dauerte die Steuerausschusssitzung am Mittwoch, insgesamt fast sechs Stunden. Welches Thema die Damen und Herren so lange im Dürener Rathaus hielt? Die Annakirmes. Genauer gesagt: die Platzvergabe für das kommende Jahr. Wer darf auf den Rummel an der Aachener Straße – und vor allem: Wer nicht?

Der Steuerausschuss tagt meist nicht-öffentlich, weil es auch um Belange geht, die nicht für die Ohren des gemeinen Bürgers bestimmt sind: Vertragsangelegenheiten zum Beispiel, Grundstücks- und Immobilienverkäufe, Personalangelegenheiten bei der Stadt. Die Platzvergabe auf der Kirmes zählt zu den Vertragsangelegenheiten. Aber wie bei Sondierungsgesprächen in Berlin, sickert immer etwas durch, wenn auch noch nichts Endgültiges, weil es das noch gar nicht geben kann.

Da auf dem Annakirmesplatz derzeit untersucht wird, inwieweit größere Brunnenanlagen im Boden schlummern, die mit Beton gefüllt werden müssten, ist nicht ganz klar, wann genau der Platz wieder voll genutzt werden kann. Momentan ist der hintere Teil gesperrt. Die Stadt hat zuletzt immer betont, dass der Annakirmes nichts im Wege stünde. Bis dahin seien alle Arbeiten erledigt, schon die Maikirmes könne wie gewohnt stattfinden.

Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass das Rathaus bei den Untersuchungen jetzt auch noch mit anderen Funden (aus dem Krieg?) konfrontiert werden könnte. Deshalb erhalten die Schausteller, die 2018 für die Annakirmes durch den Steuerausschuss zugelassen sind, noch keinen endgültigen Bescheid, sondern nur die Ankündigung, dass sie kommen können. Eine Formalie, höchstwahrscheinlich. Bis spätestens Ende Januar sollen diese Fragen geklärt sein.

Für 2018 gab es wieder 800 Bewerbungen, rund 150 Schausteller konnten zugelassen werden. Für jeden Einzelnen, der kommen darf, muss der Ausschuss eine Begründung liefern. Dadurch soll klar werden, warum ein anderer Schausteller nicht zugelassen wird. Gerade über diese Frage war diesen Sommer ein heftiger Streit ausgebrochen. Verschiedene Schausteller, die abgelehnt wurden, klagten vor Gericht, bis jetzt sind sieben Verfahren nicht abgeschlossen. Der Stadt drohen Schadenersatzforderungen.

Erhebliche Diskussionen

Die Länge der Sitzung am Mittwochabend deutet nun nicht eben darauf hin, dass sich die Politiker schiedlich-friedlich trennten. Es gab erhebliche Diskussionen, weil man bei fünf, sechs Schaustellern erneut uneins war. Hier die „Ampel“-Koalition mit FDP-Mann Hubert Cremer als Steuerausschussvorsitzendem an der Spitze, da die CDU. „Es war erneut eine Pleiten-, Pech- und Pannen-Sitzung.“ Das ist am Mittwoch Stefan Weschke zu entlocken, nicht viel mehr. Nur das noch: Mit Blick auf die Absagen für 2018 erwartet der CDU-Fraktionschef weitere Klagen.

Weschke hätte es für clever gehalten, wenn die „Ampel“ den Schaustellern, deren Klagen bis heute anhängig sind, für kommendes Jahr einen Platz zugebilligt hätte. Vielleicht, so sein Kalkül, hätten sie auf ihre Schadenersatzforderungen dann verzichtet. Da aber „keiner der prozessierenden Beschicker für 2018 einen Platz bekommen hätte, sei „eine Chance vertan“ worden. Dass sich die Ausschussmehrheit immer für die attraktiveren Geschäfte entschieden hätte, bezweifelt der Christdemokrat.

Hubert Cremer, der Ausschussvorsitzende, sieht das ganz anders. „Es war eine ganz normale Sitzung. Es gab keinen Streit, nur Diskussionen – und die müssen geführt werden.“ Die CDU sei nicht gut vorbereitet gewesen. Die nun ausgewählten Geschäfte seien die attraktivsten. Es gebe zehn bis zwölf neue Angebote auf dem Platz. Cremer: „Die Kirmes 2018 wird noch schöner als die 2017er.“

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