Düren - Konrad Beikircher: Von der Autowerkstatt in die Antike

Konrad Beikircher: Von der Autowerkstatt in die Antike

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
Konrad Beikircher
In seinem aktuellen Programm, dem zehnten seiner „Rheinischen Trilogie”, gibt Konrad Beikircher von seiner Lebensfreude so reichlich wie vom Wein, dessen Genuss der Kabarettist und Entertainer im Verlauf seines rund zweieinhalbstündigen Auftritts immer wieder preist. Foto: Christoph Hahn

Düren. Kaum einer trägt das rheinische Lebensgefühl derzeit so erfolgreich übers Land wie Konrad Beikircher. Auch auf die Menschen rings um Düren verfehlt der Charmebolzen aus Bonn (genauer: aus Bad Godesberg-Schweinheim) seine Wirkung nicht.

In Scharen pilgerten die Fans ins völlig ausverkaufte Haus der Stadt, um sich dort am Freitagabend mal schmunzelnd, mal schallend lachend zu amüsieren ­und zwar über Beikirchers aktuelles Programm „Am schönsten isset, wenn et schön is”.

Die Leute lieben Beikircher. Sie lieben ihn, weil der gelernte Rheinländer, der 1945 im Südtiroler Städtchen Bruneck geboren wurde, ihnen vom Herzen her nahe ist und nicht etwa obercool und ansonsten Geistreiches von der Bühne reicht.

Darum suchte der Gast auch in der Pause die Nähe zum Publikum und signierte am Stand der Dürener Buchhandlung Zander-Decker Bücher und CD-Ausgaben.

Doch nicht nur bei dieser Gelegenheit ließ der Star sein Herz sprechen: Beredt warb er vor dem Gang in die Pause für den Hilfsappell „Eine Schule für Guinea-Bissau” (mehr auf der Website http://www.eineschulefuerbissau.de), zu deren Initiatoren Beikircher und sein Kölner Kollege Wolfgang Niedecken gehören.

Jetzt soll in dem armen Land in Westafrika an der Schule auch eine Krankenstation gebaut werden. Die Zuhörer im Haus der Stadt jedenfalls ließen sich rühren und spendeten reichlich in die kleine rote Sammelbüchse, die Beikircher augenfällig vorne an der Bühne platziert hatte.

Schön soll es nicht nur für die sein, die eh schon viel haben. Denn was ein echter Rheinländer ­ mag er nun hier geboren sein oder nicht ­ ist, dem fließt die gute Seele so über, dass es auch noch für die am Rande reicht. Deshalb gehen die Menschen hierzulande aber nicht leer aus.

Ihnen gibt Beikircher in seinem aktuellen Programm, dem zehnten seiner „Rheinischen Trilogie”, von seiner Lebensfreude so reichlich wie vom Wein, dessen Genuss der Kabarettist und Entertainer im Verlauf seines rund zweieinhalbstündigen Auftritts immer wieder preist. Immer wieder spürt das Publikum: Dieser Mann lebt gerne und lässt auch Andere gerne leben.

Von seiner Herzenswärme gibt er im Verlauf der zweieinhalb Stunden reichlich ab ­ und von seiner Sprach- und Gedankenartistik. Die Floskel „Wo sie sagen...” genügt. Schon springt Beikircher von einem Thema zum anderen und überwindet dabei kühn den Lauf der Zeiten.

Eben noch sitzt er mit seinem Laptop wartend in der „Lounge” einer Autowerkstatt und schon ist er mitten in der Antike, bei der Varusschlacht, einem seiner Lieblingsthemen, bei der Wort-Artist wie nebenbei ein paar Prisen seiner nicht geringen Bildung einstreuen kann. Viel zu schmunzeln gibt es ­und dann so manchen Moment, nach dem es nur schallendes Gelächter geben kann.

So zum Beispiel die Anekdote von Trettmanns Günther, seinem Freund, dem Urologen, der in Wirklichkeit ganz anders heißt. Da stellt sich bei einem Kongress in Dresden ein Kollege einem Sachsen vor und sagt noch ganz höflich: „Ich komme aus dem Siegerland.” Worauf der Kollege Ost sofort zurück blafft: „Ja, meinen Sie denn, dass wir hier im Verliererland sind?”
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