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Kommentiert: Scheinheiligkeit

Ein Kommentar von Sarah Maria Berners

Baggerbesetzungen, Baumhäuser und festgekettete Aktivisten an Bahngleisen und Förderbändern gehören seit einigen Jahren rund um den Tagebau Hambach schon zum Alltag.

Die Braunkohlegegner sind hartnäckig. Und ja, über die Verstromung von Braunkohle, ihren Abbau und den Abriss ganzer Dörfer und Landstriche kann und muss man diskutieren. Gegner sollen ihre Stimmen erheben, Protest gehört zur Demokratie. Aber es gibt Grenzen. Von Grenzen sprechen auch die Aktivisten auf ihrer Internetseite. Und in gewisser Weise entlarven sie sich damit als scheinheilig.

In ihrem Aufruf zu einer Art Fortbildungswoche für Klimaaktivisten und Besetzer sprechen sie vom Miteinander. Im Camp werde grenzüberschreitendes Verhalten nicht toleriert. „Beachtet und respektiert physische und emotionale Grenzen von anderen“, schreiben die Aktivisten und: „Nein heißt nein.“ Die Aktivisten nehmen das Grenzensetzen und die Toleranz für sich in Anspruch. Sie fordern Respekt und kündigen im nächsten Atemzug Straftaten an. Sie sagen, dass es nicht leicht sei, unterdrückende und unangebrachte Verhaltensweisen unserer Gesellschaft vor der besetzten Wiese zurückzulassen.

Einige von ihnen nehmen aber genau diese „unangebrachten Verhaltensweisen“ dann mit, wenn sie zu ihren Aktionen schreiten. Sie fordern, dass sich die Teilnehmer darum bemühen sollen, „dass wir uns alle wohl und sicher fühlen“, sie sprechen von Respekt. Diese Rechte sollten sie nicht ausschließlich ihrer eigenen Gemeinschaft zugestehen.

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