Köche und Restaurantfachleute werden in Düren gesucht

Von: Stephan Johnen
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Saskia Guth (links), Thomas Lüder und Kathrin Drehsen lernen bei der DGA. Foto: sj

Düren. Ein Jahr lang hat Kathrin Drehsen Bewerbungen verschickt, ohne Erfolg. „Ich wusste, was auf mich zukommt“, sagt die 24-Jährige. Sie war bereit, auch dann zu arbeiten, wenn andere Menschen Freizeit haben.

Sie wusste, dass Kochen ihre Leidenschaft ist. Nur öffnete ihr Abschlusszeugnis nicht unbedingt die Türen der Ausbildungsbetriebe. Dass sie dennoch auf dem besten Weg ist, ihre Prüfung abzulegen, verdankt sie einer außerbetrieblichen Ausbildung bei der Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung (DGA), die von der Jobcom finanziert wird.

„Wir sind hier eine große Familie“, sagt die junge Frau. Wenn es beispielsweise einmal in der Berufsschule hakt, bekommen die derzeit fast 40 Azubis der DGA zusätzliche Unterstützung. Ausgebildet werden nicht nur Köche, sondern auch Restaurantfachleute.

Vor zehn Jahren startete die DGA mit dem gastronomischen Ausbildungszentrum im ehemaligen „Haus der Familie“ in Nideggen, seit Sommer 2011 wird der gastronomische Nachwuchs auch in der Arena Kreis Düren qualifiziert. Am Ostfriedhof betreiben die DGA und der Dürener Service Betrieb ein Café in der Trauer- und Begegnungsstätte, in der die Servicekräfte eingesetzt werden.

„Unsere Azubis werden mit Kusshand übernommen“, sagt DGA-Geschäftsführerin Astrid Küpper. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt seien gut, Fachkräfte würden gesucht. Die Ausbildung bei der DGA zeige, dass mit etwas Hilfe und zusätzlicher pädagogischer Unterstützung auch ein etwas holprigerer Start ins Berufsleben zum Erfolg führen kann.

In den vergangenen zehn Jahren hat die DGA 84 Köche ausgebildet, 59 wurden direkt von Betrieben übernommen. 16 Azubis haben das Ausbildungsziel nicht erreicht. Seit 2006 wurden 43 Restaurantfachleute ausgebildet, 29 wurden direkt vermittelt.

Zehn Auszubildende haben auf dem Weg abgebrochen oder die Prüfung nicht bestanden. „Die Abbrecherquote liegt unter dem Landesdurchschnitt“, fügt Astrid Küpper hinzu. Und mancher ehemaliger DGA-Azubi arbeite heute in den Küchen großer Hotels und Restaurants.

„Wir spielen hier nicht Alltag nach, wie stellen uns dem Alltag“, sagt Köchin Sandra Jörres, die zum Team der Ausbilder gehört. Gleiches gilt für die Restaurantfachkräfte, fügt Ausbilder Cihan Sucuoglu hinzu.

Dutzende Essen gehen an den Ausbildungsstätten pro Tag raus, die Azubis lernen auch, kurzfristige Catering-Aufträge und große „à-la-carte“-Bestellungen zu meistern. Sowohl in der Küche als auch im Service wird es schon einmal stressig. Je schneller und besser die Azubis lernen, einen kühlen Kopf zu bewahren, desto besser.

Zur großen „Familie“ gehört auch der angehende Koch Thomas Lüder. Mit 35 Jahren gehört der Umschüler zu den älteren Semestern. Eine Ausbildung zum Elektroinstallateur scheiterte kurz vor der Prüfung aufgrund persönlicher Schicksalsschläge. Jetzt ist er dabei, sein Hobby zum Beruf zu machen.

Saskia Guth absolviert die Ausbildung zur Restaurantfachfrau in Teilzeit. „Ich bin früh Mutter geworden, habe zwei Kinder“, sagt die 25-Jährige. Die Flexibilität bei der DGA ermögliche es ihr, Familie und Ausbildung gut unter einen Hut zu bekommen.

„Sie sind unsere besten Visitenkarten“, lobt Linda Kasch von der Jobcom den Einsatz der Azubis. Bevor eine Ausbildung aufgenommen wird, stehen neun bis zwölf Monate Praktikum auf dem Programm. „Es muss auf beiden Seiten passen“, erklärt Linda Kasch.

Die Ausbildungsplattfom in der Region Aachen, Düren und Heinsberg: acubi.de

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