Koalition will Larue-Vertreter Zündorf nur auf Zeit bestellen

Von: Jörg Abels
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Als letzter verbliebener Beigeordneter wird Paul Zündorf jetzt auch Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Foto: Abels

Düren. Als letzter verbliebener Beigeordneter im Rathaus darf Baudezernent Paul Zündorf nun auch die Rolle des Allgemeinen Vertreters von Bürgermeister Paul Larue wahrnehmen. Nach dem Willen der „Ampel“-Koalition aus SPD, Grünen, FDP und Linken wird er trotz SPD-Parteibuch aber nur auf Abruf „befördert“, bis ein Nachfolger von Harald Sievers als Kämmerer und Erster Beigeordneter gewählt wird.

Eine Höherstufung der Besoldungsgruppe, die mit der Ernennung zum Ersten Beigeordneten verbunden wäre, will die „Ampel“ Zündorf nicht gewähren. Dass dies damit zusammenhängt, dass Bürgermeister Paul Larue (CDU) immer wieder betont, sehr vertrauensvoll mit Paul Zündorf zusammenzuarbeiten, wäre nur eine Mutmaßung.

„Wir haben eine klare Auffassung, wie wir die Verwaltungsspitze aufstellen wollen“, betonte der stellvertretende SPD-Fraktionschef Ulf Opländer im Namen der „Ampel“ im Hauptausschuss noch einmal mit Nachdruck. Nur hat dies bislang zu keinem Ergebnis geführt. Mit ihrem Versuch, dem künftigen Kämmerer auch die vom Bürgermeister verantwortete Wirtschaftsförderung gegen dessen Willen zu übertragen, ist die Stadtratsmehrheit am Veto der Kommunalaufsicht gescheitert. Der entsprechende Stadtratsbeschluss verstoße gegen die NRW-Gemeindeordnung, teilte der Landrat mit.

Die CDU kritisiert das „Ampel“-Vorgehen im Fall Zündorf: „Paul Zündorf muss nun deutlich mehr Verantwortung übernehmen als ihm bei seiner Bewerbung als Technischer Beigeordneter bewusst sein musste“, betonte Fraktionschef Stefan Weschke. „Daher hat er auch das gute Recht, eine höhere Besoldung zu erhalten.“ Für die „Ampel“ eine fadenscheinige Argumentation, habe doch die CDU selbst beantragt, die Kämmererstelle mit der Funktion des Ersten Beigeordneten auszuschreiben. Weschke: „Das war vor zwei Wochen.“ Im Falle einer Bestellung Zündorfs würde die CDU den Zusatz Erster Beigeordneter streichen, kündigte Weschke an.

Die „Ampel“ will zwar gegen das Veto der Kommunalaufsicht klagen, hat mittlerweile aber einen neuen Antrag zur Ausschreibung der Stelle des Kämmerers und Ersten Beigeordneten vorgelegt, damit die Vakanz der Stelle nicht zur unendlichen Hängepartie wird, betont SPD-Fraktionschef Henner Schmidt.

Demnach soll der neue zweite Mann im Rathaus nunmehr nicht mehr für die Wirtschaftsförderung zuständig sein. Es sei vielmehr beabsichtigt, ihm die Hauptgeschäftsführung einer noch zu gründenden Gesellschaft für Struktur- und Stadtentwicklung zu überantworten. Das lehnt die CDU nach Aussage von Stefan Weschke ab. Entscheiden soll der Stadtrat in seiner Sitzung am 17. Juni.

Um die Handlungsfähigkeit der Verwaltungsspitze zu gewährleisten hat Bürgermeister Larue derweil den Leiter des Amtes für Finanzen, Erhard Vanseloh, zum „Ersatzkämmerer“ und die Leiterin des Amtes für Recht und Ordnung, Lisa Rühmann, als Juristin in den Rathausvorstand berufen.

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