„K.o.-Tropfen“: Gerade auch im Karneval wachsam bleiben

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Es ist schnell passiert: „K.o.-Tropfen“ werden in Sekundenschnelle ins Glas geträufelt. Deshalb sollte man sein Getränk nicht aus den Augen lassen.

Düren. „Sensibilisierung und Information ist die beste Prävention“, sagt Christina van Essen vom Frauenbüro der Stadt Düren, die zusammen mit den Jugendämtern von Stadt und Kreis im Vorfeld der Karnevalstage noch einmal Wachsamkeit und Vorsicht gegen die Gefahren durch „K.o.-Tropfen“ mobilisiert.

Frauenbüro und Jugendämter betonen, dass es ihnen nicht darum geht, Angst und Panikmache zu schüren, sondern durch gute Kenntnisse der Gefahr die Sicherheit zu erhöhen.

„K.o.-Tropfen“ sind häufig farblos, geruchs- und geschmacksneutral und führen je nach Dosis zu Enthemmung, Bewusstlosigkeit, Gedächtnislücken und bei Überdosierung bis zum Herzstillstand. „K.o.-Tropfen“ rauben den Willen und werden gerade in Kombination mit Alkohol oft dazu benutzt, Menschen sexuell gefügig zu machen oder andere Straftaten, wie etwa Raub, an ihnen zu begehen. Es wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen, weil die Opfer oft Unsicherheit, Zweifel und Scham empfinden und sich daher nicht an die Polizei wenden.

Schnell zum Arzt

Aufklärung und Entdeckung der Delikte sind aber nur möglich, wenn die Betroffenen sich hinterher schnellstmöglich in ärztliche Behandlung begeben und die Straftat der Polizei melden. Wer anderen ohne deren Einverständnis „K.o.-Tropfen“ verabreicht, erfüllt damit den Straftatbestand der Körperverletzung. Viele der Substanzen können nur einige Stunden nach dem Vorfall nachgewiesen werden. Betroffene beschreiben die Symptome nach der Verabreichung von „K.o.-Tropfen“ mit Erinnerungsverlust und Gedächtnislücken, Bewusstlosigkeit, Selbstzweifeln, Konzentrationsstörungen oft noch Tage später und starken Zweifel an schlaglichtartigen Wahrnehmungen, vor allem, wenn für körperliche Übergriffe keine Spuren erkennbar sind.

Keine Vorwürfe machen

Peter Junker vom Jugendamt der Stadt Düren appelliert an die Eltern, Verständnis für Kinder und Jugendliche aufzubringen, die in eine derartige Situation geraten sind, keine Vorwürfe zu machen, sondern sie unterstützend zu Arzt und Polizei zu begleiten. Eltern, so Peter Junker nachdrücklich, sollten ihren Kindern auch helfen, Selbstvertrauen zu entwickeln und ihr Selbstbewusstsein so stärken, dass sie im entscheidenden Moment den Mut finden, Feten, auf denen sie sich nicht wohl fühlen zu verlassen und sich gegen Cliquen durchzusetzen.

Unterstützung und Rat bietet im Kreis Düren die Beratungsstelle für Frauen und Mädchen in Jülich, Telefon 02461/58282.

Informationsmaterial für Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, um vorbeugend mit Kindern und Jugendlichen zu sprechen und ihnen Verhaltenstipps zu geben, ist bei der Polizei und beim Frauenbüro der Stadt Düren, frauenbuero@dueren.de Telefon 0242125-2260 (8 bis 12 Uhr), erhältlich.

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