Knöllchen-Streit eskaliert: Zehn Polizisten verletzt

Von: Burkhard Giesen und Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
Düren Einsatz slider
Zehn Polizisten wurden bei dem Einsatz verletzt. Foto: privat

Düren. Bei einem Streit um ein falsch geparktes Auto sind am Samstagmittag im Nordosten Dürens zehn Polizisten verletzt worden, davon mindestens einer so schwer, dass er stationär im Krankenhaus behandelt werden musste.

Nach Angaben der Polizei hatte ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes gegen 12.30 Uhr einen Strafzettel an ein parkendes Auto gesteckt, als plötzlich der Fahrzeughalter mit seinen drei Söhnen im Schlepptau auftauchte. Die Männer beschwerten sich über den Strafzettel und bedrohten den Mitarbeiter des Ordnungsamts, der die Polizei zu Hilfe rief.

Als die ersten Beamten eintrafen, eskalierte die Situation. Wie die Polizei mitteilt, waren die Einsatzkräfte „roher Gewalt und Aggression“ ausgesetzt. Dabei sollen die Angreifer verschiedene Gegenstände als Waffen eingesetzt haben, unter anderem ein Radkreuz. Erst als weitere Beamte am Einsatzort eintrafen, konnten zwei der Angreifer festgenommen werden.

Wie Oberstaatsanwalt Wilhelm Muckel am Sonntag erklärte, war die Polizei mit mehreren Streifenwagen vor Ort. Auf die Beamten sei „ohne Rücksicht eingetreten und eingeschlagen“ worden. Muckel: „Ein Beamter wurde in den Schwitzkasten genommen. Ihm wurde mit einem Radmutternschlüssel gezielt ins Gesicht geschlagen.“ Der Beamte musste anschließend mit „massiven Gesichtsverletzungen“ in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Der Mitarbeiter des Ordnungsamtes blieb unverletzt.

Die Täter würden die ganze Härte des Rechtsstaates zu spüren bekommen, kündigte am Sonntag der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Düsseldorf an: „Was mit Respektlosigkeit gegenüber Mitarbeitern des Ordnungsdienstes anfing, endete in einem brutalen Angriff auf die zu Hilfe gerufenen Polizisten.“ Das sei absolut inakzeptabel. Seine Gedanken seien vor allem bei dem schwer verletzten Beamten.

Bei den unmittelbar nach dem Streit Festgenommenen handelt es sich nach Polizeiangaben um zwei 46 und 27 Jahre alte Dürener. Bei einer anschließenden Fahndung wurde nach Angaben von Muckel auch ein 15-jähriges Familienmitglied festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt, da sich eine mögliche Tatbeteiligung nicht erhärtete. Gefahndet wurde am Sonntag noch nach einem 28-jährigen Familienmitglied, das sich auf der Flucht befindet.

Nach einem richterlichen Beschluss durchsuchte deshalb ein Spezialeinsatzkommando der Polizei kurz vor Mittenacht zunächst dessen Wohnung in Düren, später noch die Wohnung des 46-Jährigen. Das SEK konnte den 28-Jährigen aber nicht ergreifen. Nach ihm wird weiter gefahndet. Der Vater und sein 27-jähriger Sohn wurden nach Angaben Muckels Sonntagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt. Muckel: „Die Staatsanwaltschaft hat gegen beide Männer einen Haftbefehl beantragt.“

Die Ermittlungen der Polizei zu dem Vorfall dauern weiter an. Gesucht werden Zeugen, die das Geschehen auf der Scharnhorststraße beobachtet haben. Insbesondere ein Fahrradfahrer, der sich unmittelbar in der Nähe aufhielt, wird gebeten, sich bei der Leitstelle der Polizei unter Telefon 02421/9496425 zu melden.

Leserkommentare

Leserkommentare (169)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert