Knapp 500 Senioren schunkeln zu Patrick Lindner auf der Annakirmes

Von: Sandra Kinkel
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„Gefühl ist eine Achterbahn“ – Patrick Lindner bringt knapp 500 Senioren im Kirmeszelt zum Schunkeln. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Sein Lied von der Achterbahn hatte Patrick Lindner natürlich im Gepäck, es passt zu gut zu einem Auftritt auf dem Rummelplatz. „Gefühl ist eine Achterbahn“, schmetterte der 56-Jährige Mittwochnachmittag beim Seniorennachmittag auf der Annakirmes – und knapp 500 Senioren waren begeistert.

„Der ist so sympathisch“, sagte Henriette Bruch, die sich extra den Tabletcomputer ihrer Enkelin zum Fotografieren für das Konzert mit Patrick Lindner ausgeliehen hatte. „Ich finde, das ist einer der nettesten deutschen Sänger überhaupt. Hoffentlich schaffe ich das mit den Fotos.“ Frau Bruch bekommt ihr Bild, und sie bekommt sogar eins, auf dem sie mit dem Sänger zu sehen ist. Eine Bekannte hat sie vor der Bühne geknipst. Henriette Bruch ist glücklich, wie vermutlich die allermeisten Zuschauer im Festzelt auch. „Gucken Sie doch einmal, wie der immer lächelt“, sagte Bärbel Schmidt. „Da muss man doch einfach gute Laune haben.“

Die beiden Damen hatten recht. Der Funke zwischen Lindner und seinem Publikum ist gleich beim ersten Lied übergesprungen. Der 56-jährige Künstler hat den Menschen das Gefühl gegeben, dass es nichts Schöneres gibt, als für sie zu singen. „Vor Senioren zu singen, ist immer etwas ganz Besonderes“, betonte Lindner. „Wenn es mir gelingt, dass die Menschen heute ihre Wehwehchen und ihren Kummer vergessen, habe ich viel erreicht.“

Vermutlich hat das wirklich funktioniert. Als Lindner seine größten Hits wie „Die kleinen Dinge des Lebens“ oder „Anna-Lena“ zum Besten gegeben hat, waren im Zelt fast nur glückliche Gesichter zu sehen. Die Leute haben geschunkelt und geklatscht.

Der Seniorennachmittag hat in Düren Tradition. Es war bereits 1997, als die Schausteller zum ersten Mal zum „Senioren- und Kindertag“ eingeladen hatten, bereits im Jahr danach wurde daraus der Seniorennachmittag, der mittlerweile vom Dürener Rummel fast genau so wenig wegzudenken ist, wie das Riesenrad oder gebrannte Mandeln. „Wir versuchen, Künstler zu verpflichten, die bei den älteren Leuten ankommen“, sagt Frank Blumenthal, der den Seniorennachmittag federführend für die Stadt Düren organisiert.

„Unser Anliegen ist, Senioren für kleines Geld ein Konzert mit einem bekannten Künstler zu ermöglichen.“ G.G. Anderson, Michael Holm und Bernhard Brink sind schon im Dürener Kirmeszelt aufgetreten, am Mittwoch eben Patrick Lindner.

Blumenthal: „Die Künstler suchen wir aus und verpflichten sie auch. Realisieren lassen sich die Seniorennachmittage aber natürlich nur mit Hilfe von Sponsoren.“ Seit dem vergangenen Jahr richtet die Stadt die wohl bestbesuchte Veranstaltung im Kirmeszelt gemeinsam mit dem Dürener Schaustellerverband aus.

Wie viel die beiden Konzerte mit Patrick Lindner kosten, wollte Blumenthal nicht verraten. „Über das Honorar haben wir mit allen Künstlern Stillschweigen vereinbart, auch mit Patrick Lindner. Ich kann aber sagen, dass die beiden Seniorennachmittage schon immer eine fünfstellige Summe kosten. Wir möchten den älteren Menschen in unserer Stadt damit wirklich etwas Gutes tun.“

Ähnlich sieht das auch Schausteller-Chef Hans-Bert Cremer. „Die Dürener Schausteller unterstützen natürlich ihre Heimatstadt. Das ist doch überhaupt keine Frage. Und wir machen auch da Sponsoring, wo wir selbst eben nicht den großen Reibach machen.“

Schon seit rund 70 Jahren laden die Schausteller am Kirmesmontag Kinder aus dem Dürener Kinderheim St. Josef zu einer Rummelrunde ein. Cremer: „Seit einigen Jahren machen wir dasselbe auch mit Senioren aus Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt.“

Wie viele der Senioren nach oder vor dem Besuch des Festzeltes noch über den Rummelplatz gehen, konnte Cremer nicht sagen. „Es gibt sicher viele, die nur wegen des Seniorennachmittages auf den Kirmesplatz kommen. Aber wir sehen mittwochs und donnerstags schon viele Menschen mit Rollatoren auf dem Rummel.“ Natürlich kennt Cremer auch die Grundsatz-Diskussion um das Kirmeszelt.

„Ich weiß, dass viele sagen, dass das Zelt nur noch wegen des Seniorennachmittages aufgebaut würde. Ich denke aber, wir müssen abwarten, wie die Besucherzahlen und der wirtschaftliche Erfolg des Zeltes in diesem Jahr waren. Erst dann sollten wir wirklich ernsthaft über die Zukunft des Festzeltes sprechen.“

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