Knapp 500 Reservisten und Zivilisten beteiligen sich am Hürtgenwaldmarsch

Von: Sandra Kinkel
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Rund 500 Reservisten haben am Wochenende am 32. Hürtgenwaldmarsch teilgenommen. Auch Männer der Reservistenkameradschaft Nümbricht waren dabei. Foto: Sandra Kinkel
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Heinz Uwe Adrian (links), Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Hürtgenwald und Oberst Stefan Weber vom Landeskommando NRW waren für die Organisation verantwortlich. Foto: Sandra Kinkel

Hürtgenwald. „Wir wollen dazu beitragen, dass eine der längsten und grausamsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs nicht in Vergessenheit gerät. Darum sind wir heute hier.“ Udo Schmidt ist 51 Jahre alt, von Beruf Straßenwärter und einer von knapp 500 Teilnehmer des 32. Internationalen Hürtgenwaldmarsches (IHM).

Er war mit der Reservistenkameradschaft Nümbricht nach Vossenack gekommen, um an dem Marsch teilzunehmen. Die Hürtgenwalder Reservistenveranstaltung zählt zu den sieben größten dieser Art in ganz Nordrhein-Westfalen. Das Landeskommando NRW und die Reservistenkameradschaft Hürtgenwald organisieren den Marsch, bei dem Reservisten, aktive Soldaten, aber auch Zivilisten unterwegs sind. Alle vier Wegstrecken, die zwischen zehn und 40 Kilometer lang waren, führten durch die im Zweiten Weltkrieg umkämpfte Region, in der sich Amerikaner und Deutsche Ende 1944/Anfang 1945 einen blutigen Stellungskampf lieferten.

Seit Jahrzehnten schon marschieren die aktiven Soldaten und Reservisten der einst verfeindeten Nationen freundschaftlich miteinander. Von gelebter und sichtbarer Völkerverständigung sprach deswegen Oberst Stefan Weber, stellvertretender Kommandeur des Landeskommandos NRW, am Samstag. „Der Hürtgenwaldmarsch ist mit dem Titel ‚Versöhnung über Gräbern‘ überschrieben“, erklärte Oberst Weber. „Und damit ist die Veranstaltung bestens beschrieben.“ Amerikaner, Niederländer, Belgier, Deutsche und sogar zwei Israelis, ergänzte der Oberst, seien dabei. Weber: „Sie alle setzen ein großes Zeichen für den Frieden, indem sie sich hier im Hürtgenwald die Hand geben.“

Für Heinz Uwe Adrian, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Hürtgenwald, ist der IHM darüber hinaus ein Stück „gelebte Geschichte“. Adrian: „Mitglieder einer internationalen Truppe sind ebenfalls hier, sie stellen verschiedene Situationen aus der Kriegszeit dar. Wir wollen erklären, was seinerzeit hier passiert ist, den Menschen einen Zugang zur Geschichte ermöglichen.“

Beim IHM waren am Wochenende alle Altersstrukturen vertreten. Adrian: „Kinder sind mit ihren Eltern unterwegs, die ältesten Teilnehmer sind über 70 Jahre alt.“ Natürlich, sagt Adrian weiter, sei die Schlacht im Hürtgenwald schon 70 Jahren her. „Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass wir niemals aufhören dürfen, daran zu erinnern. Der Krieg hat gerade auch unsere Region unglaublich stark geprägt. Das darf einfach nicht in Vergessenheit geraten. Unsere Veranstaltung hat nichts an Aktualität verloren.“

So ähnlich sieht das auch Udo Schmidt. „Die ganze Welt gerät im Augenblick aus den Fugen, überall herrscht Krieg. Wir wollen hier und heute eine eindringliche Mahnung für den Frieden aussprechen.“ Warum gerade Soldaten und Reservisten eine Mahnung für den Frieden aussprechen, erklärt Adrian so: „Soldaten sind doch prädestiniert dafür, Versöhnung anzubieten. Weil sie nämlich auch mit der Kehrseite von Frieden zu tun haben.“ Eröffnet worden war der IHM mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal in Vossenack. Heinz Uwe Adrian: „Die Bundeswehr, aber auch die Amerikaner, Niederländer, Belgier und Amerikaner haben einen Kranz niedergelegt. Der Hürtgenwaldmarsch ist auch eine Gedenkveranstaltung. Außerdem haben wir gemeinsam einen Gottesdienst gefeiert.“

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