Kletterwald-Projekt vor dem Aus?

Von: Burkhard Giesen
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Die Verwaltung sagt Nein zum Kletterwald, die Politik kann noch Ja sagen. Foto: Andreas Gabbert

Nideggen. Was wiegt wie schwer? Genau diese Frage habe er sich gestellt, sagt Nideggens Bürgermeister Marco Schmunkamp (parteilos) mit Blick auf die Sitzung des Bauausschusses am kommenden Dienstag. Dann soll der Ausschuss über das Projekt Kletterwald bei Eschauel beraten.

Schmunkamp empfiehlt, die Planung nicht weiter fortzuführen. Das kommt durchaus überraschend, zumal Schmunkamp eingesteht, dass man sich schließlich anderthalb Jahre lang der Planung gewidmet habe, eben weil man die Grundidee, den Tourismus in diesem Bereich weiter zu fördern, für richtig erachte.

Auch sein Verweis, dass die von Bürgern und Verbänden vorgetragenen Bedenken gegen die Planung allesamt ausgeräumt beziehungsweise mit entsperechenden Auflagen bei der weiteren Planung berücksichtigt werden konnten, spräche eher für einen positiven Beschlussvorschlag.

Dass Schmunkamp den dennoch nicht unterbreitet, lässt sich dann nur mit dem öffentlichen Widerstand gegen die Planung der Investorin begründen. Schmunkamp: „Wir konnten zwar alle Bedenken ausräumen, aber nicht den Umstand, dass bei vielen Menschen dieses Projekt als belastend wahrgenommen wird.“

Den Auschlag gegeben hat für Schmunkamp aber ein anderer Punkt: „Wenn der Standort und die Maßnahme zur Tourismusförderung im Stadtteil Schmidt alternativlos wären, würde die Verwaltung dem bestehenden Vorhaben zustimmen.“ Mit anderen Worten: Schmunkamp will einen Alternativstandort in Schmidt vorschlagen.

Potenziell aber ohne einen Investor, denn Yasmin Kalmuth-Büyükdere, die das Projekt in Eschauel realisieren wird, steht dafür nicht zur Verfügung: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich nur für den Standort Eschauel eine Finanzierung mitbringe. Für mich kommt keine Alternative in Frage. Ich werde kein zweites Mal 50.000 Euro für ein weiteres Verfahren in die Hand nehmen.“

Yasmin Kalmuth- Büyükdere ist von der Entscheidung des Bürgermeisters enttäuscht: „Vieles von dem, was von der Verwaltung jetzt als Ablehnungsgrund aufgeführt wird war vorher bekannt und konnte entkräftet werden. Einen Alternativstandort ohne Investor vorzuschlagen ist ein reines Ablenkungsmanöver.“

Wie sich die Ausschussmitglieder am Dienstag entscheiden werden, ist noch unklar. Im Vorfeld hatten die Menschen für Nideggen und Die Unabhängigen Position für den Standort Eschauel bezogen, SPD und Grüne sind mit dem Standort nicht einverstanden. Die CDU hat sich noch nicht festgelegt und ist offenbar gespalten. Denkbar ist zudem, dass der Ausschuss mehrheitlich anders entscheiden könnte, als später der Stadtrat.

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