Nideggen - Klettern im Rurtal: Bergsport im Einklang mit der Natur

Klettern im Rurtal: Bergsport im Einklang mit der Natur

Von: kin
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Die Nideggener Felsen sind zum Klettern ideal. Davon sind die Verantwortlichen des Alpenvereins überzeugt. Die Bergsportler müssen allerdings bestimmte Naturschutzvorgaben erfüllen. Foto: inla

Nideggen. „Beim Klettern hat man ein direktes Erfolgserlebnis. Und man lernt, anderen zu vertrauen, weil man sich auf den, der einen sichert, absolut verlassen muss.“ Lea Wollseifen ist 18 Jahre alt und weiß genau, wovon sie spricht. Die junge Frau ist Mitglied des Alpenvereins und begeisterte Bergsportlerin.

 „Wir haben in der Schule eine Kletterhalle. So bin ich zum Klettern gekommen. Allerdings wollte ich lieber draußen sportlich aktiv sein. Deswegen klettere ich jetzt an den Felsen in Nideggen. Es macht jede Menge Spaß, viel mehr als in der Halle.“

Derzeit gibt es bei der Sektion Düren des Deutschen Alpenvereins (DAV) nur noch wenige, die aktiv klettern. Doch das soll sich bald ändern. Karl-Heinz Schnitzler, DAV-Vorsitzender, erklärt: „Wandern und Mountainbikefahren werden bei uns im Verein sehr gepflegt, geklettert wird kaum. Dabei ist Klettern das, wodurch wir uns unter anderem von den Ortsgruppen der Eifelvereine unterscheiden.“

Die Sektion Düren des Alpenvereins plant deswegen, eine neue Klettergruppe für Kinder und Jugendliche zu gründen. Schnitzler: „Klettern ist eine Sportart mit einer sehr langen Tradition, gerade auch hier im Rurtal. Die Bedingungen an den Kletterfelsen in Nideggen sind hervorragend, dafür wollen wir junge Leute begeistern.“ Zwar hat der Dürener Alpenverein immerhin 76 Jugendliche als Mitglied, von denen konnten die Verantwortlichen bisher aber niemanden wirklich für das Klettern begeistern. Helfen soll ein kostenloses „Schnupperklettern“ (siehe Themeninfo) im Juni. „Klettern“, sagt Romy Thuir, begeisterte Anhängerin dieser Sportart, „bringt enorm viel und das nicht nur körperlich.“ Durch das Klettern würden Kinder und Jugendliche ihr Sozialverhalten schulen, gleichzeitig lernten sie, sich gut selbst einzuschätzen. „Und“, ergänzt Romy Thuir, „Klettern macht einfach Spaß. Das wissen nur viele nicht. Vielleicht können wir so junge Leute für diese Sportart begeistern.“ Neben einem guten Sozialverhalten und einer anständigen Selbsteinschätzung brauchen Kletterer auch eine gute Orientierung, Wetterkunde und Umweltbewusstsein. „Es ist uns ein großes Anliegen“, sagt Norbert Becker vom Alpenverein, „dass Bergsport und Naturschutz im Einklang sind. Und das gelingt auch.“

War früher noch freies Klettern an den Felsen in Nideggen möglich, gibt es heute strenge Regeln. „Die Felsen gehören zu einem Naturschutzgebiet“, sagt Dieter Weber von der Stadt Nideggen. „Deswegen muss es diese Regeln geben.“ Beispielsweise dürfen die Kletterer nicht mehr auf die Spitze der Felsen treten, jeder Bergsportler muss sich zudem für fünf Euro ein entsprechendes Ticket von der Stadt Nideggen kaufen, das zum Klettern berechtigt.

Maximal werden 150 solcher Karten pro Tag verkauft. Damit soll sichergestellt werden, dass nicht zu viele Bergsportler gleichzeitig in Nideggen aktiv sind. „Das funktioniert auch ganz gut“, sagt Dieter Weber. „Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass die 150 Tickets zu wenig sind.“ Lea Wollseifen hofft, dass das neue Konzept des Alpenvereins aufgeht, und demnächst wieder mehr (junge) Leute das Klettern für sich entdecken. „Es macht einfach Spaß“, sagt die Schülerin. „Und die Geselligkeit wird bei uns im Verein auch großgeschrieben.“

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