Schmidt - Kleine Schmidter organisieren Leben in ihrer Mini-Stadt

Kleine Schmidter organisieren Leben in ihrer Mini-Stadt

Von: Beate Weiler-Pranter
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Dr. Lutz Dalbeck von der Bio-S
Dr. Lutz Dalbeck von der Bio-Station Düren lobte die perfekt gebauten Fledermaus-Nistkästen der „Mini-Schmidter”. Foto: bwp

Schmidt. „Das war zweifellos eine anstrengende Zeit, aber ich würde es noch mal machen. Vielleicht in zwei Jahren!”. Nach 14 Tagen „Mini-Schmidt” zieht Matthias Schieffer eine begeisterte Bilanz.

Die Idee seiner Ferienaktion war es, eine eigens aufgebaute „Kinderstadt” durch Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren selbst beleben, bewirtschaften und verwalten zu lassen. „Ich fand es interessant, wie schnell die Kinder den verantwortlichen Umgang mit Geld gelernt haben”, erzählt der Organisator und hat ein Beispiel parat. „Egal ob Bürgermeister oder Bäcker, jede Arbeitsstunde wurde mit zehn ?Schmidtis honoriert. Doch nur acht wurden ausgezahlt. Der Rest ging ans Finanzamt.”

Als die kleinen Bürger allerdings merkten, dass ein Besuch auf der Hüpfburg sechs „Schmidtis” kosten sollte, fingen sie an zu murren. „Wir sind doch nicht blöd. Fast eine Stunde arbeiten für zehn Minuten Hüpfen?” Beim Bürgermeister hagelte es solange Proteste, bis die Preise gesenkt wurden. „Danach herrschte großer Andrang bei der Hüpfburg”, versichert der 37-jährige Schieffer.

Auch er kann manche Preispolitik nicht verstehen: „Eigentlich sollte es in ?Mini-Schmidt einen Radiosender geben. Hier hätten die Jugendlichen in der Turnhalle eigenständig ihre Lieblingsmusik spielen, Interviews und Reportagen senden können.” Doch wegen der Forderung der GEMA musste er den Plan fallen lassen.

Während der Ferienaktion fing sein Tag um 4.30 Uhr an und endete in „Mini-Schmidt” erst gegen 21 Uhr. Schlimm war es für die Organisatoren, als zum Ende der ersten Woche das heftige Gewitter über Schmidt hereinbrach. „Der Sturm hat die meisten Zelte zerstört und vom Schulhof gefegt.”, erinnert sich Matthias Schieffer. „Und während der Aufräumarbeiten haben wir dann um Mitternacht auf meinen Geburtstag angestoßen”, ergänzt seine 34-jährige Ehefrau Simone, die sich nach dem monatelangen, familiären Großeinsatz auf einige stressfreie Ferientage freut.

Denn so ganz nebenbei hatte sich ihr Ehemann auch noch für den Schmidter Spielplatz im Wiesental stark gemacht. Mit Kindergartenleiterin Sabine Schneider beteiligte er sich an einer Spielplatz-Initiative eines Getränkeherstellers.

Im Internet bekamen die Schmidter so viele Klicks, dass sie bundesweit auf dem siebten Platz landeten. „Das bedeutet 5000 Euro für den Ausbau unseres Spielplatzes”, freut sich der hauptberufliche Feuerwehrmann. Da das Geld bis Ende 2012 in Spielgeräte investiert sein muss, ließ Schieffer die kleinen Bürger von „Mini-Schmidt” abstimmen, welche Klettergerüste angeschafft werden sollen.

Auch auf dem Gelände der Schmidter Grundschule muss demnächst jemand in die Höhe klettern: Im ?Nationalparkzentrum von „Mini-Schmidt” hatten die Mini-Städter unter Anleitung eines Schreiners sechs Nistkästen für Fledermäuse gezimmert. Zwei davon sollen vor Ort montiert werden.

Die anderen überreichten die kleinen Naturschützer an Dr. Lutz Dalbeck von der Biologischen Station Kreis Düren. „Die sind perfekt gebaut”, lobte der Experte. „Oben regendicht, außen glatt und innen rau, damit sich die Fledermäuse dort festklammern können.”
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