Kleine Lachse in Freiheit entlassen

Von: inla
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Jugendliche der Realschule Jülich setzten am Sonntag in der Dürener Rur (Höhe des Stadtparks) Lachsbrütlinge aus.

Düren. Sie sind 0,6 Gramm leicht und verkriechen sich nun erst einmal zwischen Steinen in der Rur: 5000 Lachsbrütlinge, die der Kreisfischereiverein Düren am Sonntag in der Rur in Höhe des Stadtparkes ausgesetzt hat.

Jugendliche der Realschule Jülich, mit der der Fischereiverein seit 20 Jahren zusammenarbeitet, trugen mit winzigen Lachsen gefüllte Eimer in den Fluss und entließen die edlen Fische in die Freiheit. Wie viele von ihnen überleben, ist unklar, sagt Hermann-Josef Koch, der Vorsitzende des Kreisfischereivereines. „Wenn es zehn Prozent sind, dann sind wir froh.“

Die kleinen Lachse werden ein bis zwei Jahre in der Rur bleiben. Dann werden sie mit einer Länge von 15 bis 20 Zentimetern Richtung Nordsee schwimmen – und mit einigem Glück zurück kommen. Das ist der Plan des Fischereivereines, der sich seit 1996 an einem landesweiten Lachsprogramm beteiligt. Die Fische kehren zur Eiablage in ihren „Heimatfluss“ zurück. Das wird in frühestens fünf, sechs Jahren sein, aber nur dann, wenn die Tiere über Maas und Rur zurück in den Kreis Düren gelangen. Wehre etwa, die in der Rur häufiger zu finden sind, versperren den zurück kehrenden Lachsen den Weg. So sei das Wehr in Linnich ein meist bislang unüberwindbares Hindernis, sagt Hermann-Josef Koch. Ausgewachsene Lachse sind deshalb in der Rur bei Düren noch nicht gesichtet worden. Das Projekt hält der Kreisfischereiverein dennoch für sinnvoll. Mit sogenannten Fischtreppen an Wehren, die den Tieren den Übergang möglich machen sollen, könne es gelingen, Lachse in der Region anzusiedeln.

Der Fischereiverein wird in nächster Zeit 80.000 weitere Brütlinge in die Rur aussetzen. Sie sind im klubeigenen Bruthaus in Obermaubach geschlüpft. Die Angler konnten im vergangenen Jahr erstmals auf Eier von bis ins niederländische Roermond zurück gekehrten Lachse zurückgreifen. In der Kontrollstation dort wurden zuletzt 15 bis 20 Lachse gezählt, von denen 50.000 bis 80.000 Eier gewonnen werden konnten.

Die in Roermond registrierten Lachse kommen zunächst in eine Quarantänestation im belgischen Erezeè. Sie bleiben dort so lange, bis sie reif sind für das Abstreifen der Eier. Die befruchteten Eier bringt der Dürener Kreisfischereiverein dann in sein Bruthaus in Obermaubach.

Der Klub griff und greift aber auch auf Eier aus dem französischen Loire-Allier-Stamm zurück, die Vereinschef Koch mit Kollegen zuletzt im Januar in Frankreich (in der Nähe von St. Etienne) abgeholt hat. In den Anfängen des Programmes griff der Verein auf irische Lachsbestände zurück. Seit die Brütlinge am Sonntag in die Rur gelassen wurden, hofft der Verein wieder, dass möglichst viele überleben und einige eines Tages tatsächlich den Weg zurück in die Region finden.

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