Kleine Geschenke mit viel Liebe gepackt

Von: Anne Wildermann
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Paten überreichen Kindern in Polen, Rumänien und in der Mongolei die von Hand gepackten Schuhkartons aus Deutschland. Bis zu 1000 Pakete erwartet die Wohltätigkeitsorganisation im Kreis Düren dieses Jahr. Foto: David Vogt/Geschenke der Hoffnung
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Arbeiten seit der Gründung zusammen (v.l.): Kerstin Schwab, Dagmar Buchendorfer und Ursula Wiedem. Foto: Wildermann

Kreis Düren. Einige Schuhkartons, umklebt mit weihnachtlichem Geschenkpapier stehen aufeinandergestapelt in den Räumen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Düren. Dort ist eine von etwa 50 Abgabestellen für die Wohltätigkeitsaktion „Weihnachten im Schuhkarton“.

Bis zum 15. November kann jeder dort und an den übrigen Abgabestellen (siehe Infokasten) Schuhkartons, gefüllt mit Süßigkeiten, Schokolade, neuwertigem Spielzeug, Schreib- und Malutensilien abgeben. Dagmar Buchendorfer (53), Leiterin der Hauptsammelstelle, erwartet etwa 1000 gefüllte Kartons. „Das ist nicht viel. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Spenden abgenommen“, sagt sie.

Zum Vergleich: In den ersten fünf Jahren, seit der Gründung 2000, wurden bis zu 3300 Kartons abgegeben. Für den Rückgang gebe es mehrere Gründe, erklärt sie. „Zum einen wollen die Menschen Bedürftigen vor Ort helfen, wie etwa den Flüchtlingen. Und zum anderen hat die Spendenbereitschaft auch abgenommen, seitdem nur noch neuwertige Artikel in die Kartons gelegt werden dürfen,“ erklärt sie und öffnet eine Kiste mit Negativbeispielen. Darunter eine Windel, Kriegsspielzeug, abgeschmuste Kuscheltiere, Hundespielzeug und eine kaputte Sonnenbrille. „Jeder Mensch verdient es doch, wertgeschätzt zu werden. Auch Kinder“, sagt Dagmar Buchendorfer.

Seit 16 Jahren gibt es die Aktion im Kreis Düren. Ursprünglich kommt die Idee aus Berlin. „Der Mann einer damaligen Freundin hat die Wohltätigkeitsaktion mit nach Düren gebracht. Durch ihn konnten wir für fünf Jahre auch Landrat Wolfgang Spelthahn als Schirmherr gewinnen. Der Mann dieser ehemaligen Freundin ist Mitarbeiter im Kreishaus“, berichtet sie. Mittlerweile hat die Aktion keinen Schirmherr mehr. Das hindert Dagmar Buchendorfer und ihre Kolleginnen Ursula Wiedem (53) und Kerstin Schwab (54) nicht daran, weiterhin ehrenamtlich Kartons anzunehmen, Flyer und Plakate für die Aktion zu verteilen und aufzuhängen. Zehn bis 15 Frauen helfen jedes Jahr fest mit, darunter auch drei Schülerinnen. „Wir würden uns sehr freuen, wenn hier und da auch ein Mann unter den Helfern wäre“, sagt Dagmar Buchendorfer. Früher gab es Hilfe von männlichen Senioren beim Stapeln der Kartons, aber inzwischen haben sie Paletten, auf denen die Geschenke zum Abtransport gestapelt werden.

Eine Spedition mit Niederlassung in Frechen holt die Paletten ab und verteilt die Kartons. Zielländer sind: Polen, Rumänen und die Mongolei. „Dort gibt es dann Paten, die die Geschenke den Kindern geben. Sei es an welche aus der Schule, aus Kindergärten oder solche, die sehr viele Geschwister haben und deren Eltern arm sind“, zählt Ursula Wiedem auf. 2005 war sie bei der Übergabe in Serbien dabei. „Das waren sehr anrührende Momente“, erinnert sie sich.

In der Vergangenheit hätten sich laut Dagmar Buchendorfer mehr Schulen und Kindergärten beteiligt. „Natürlich gibt es noch Einrichtungen, die uns unterstützen. Aber oft fehlt es an Personen, die vor Ort die Organisation übernehmen. Es müssen Leute sein, die ganz viel Herz reinstecken. Flyer verteilen und Plakaten aufhängen reicht eben nicht“, betont sie.

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