„Klein Chicago“ feiert den 100. Geburtstag

Von: Julian Loevenich Und Fred Schröder
Letzte Aktualisierung:
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Kabarettist Jürgen B. Hausmann gratulierte dem Grüngürtel auf seine besondere Art und Weise.

Düren. Das gibt es nur im Grüngürtel: „Großer Lob wir loben Dich“, singen die Gläubigen am Ende des Festgottesdienstes im Zelt an der Blücherstraße. Dann der Segen. Und dann kam sie, die heimliche Nationalhymne des Quartiers im Osten der Stadt, dessen Einwohner mit Stolz und mit der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft für Stadt und Kreis Düren das hundertjährige Bestehen ihres Viertels feierten.

„Im Klein-Chicago-Ländchen, da trieb ich mich umher...“. Ein doch wenig christlicher Text, den aber auch die evangelische Pfarrerin Vera Schellberg und ihr katholischer Kollege Pastor Wolff schunkelnd mitsangen... Ein Symbol dafür, wie die Menschen im Grüngürtel gestrickt sind: Herzlich, manchmal rau und immer zusammenstehend.

„Der Grüngürtel ist für Düren, was Beverly Hills für Los Angeles ist“. Eines Jahrhunderts hat es bis zu dieser Feststellung bedurft. Seit Freitagabend aber weiß es nun jeder. Seit dem Auftakt zum 100. Geburtstag des Grüngürtels. Und den übernahm Jürgen B. Hausmann, der dem Dürener Viertel neben einem kurzen Programm diesen bescheidenen Vergleich mit Augenzwinkern zum Geschenk machte.

Der Kabarettist reihte sich damit in die Schlange einer Vielzahl von Gratulanten ein, zu denen auch Bürgermeister Paul Larue gehörte. Er zeichnete einmal mehr die Geschichte des Viertels nach, betonte den sozialen Zusammenhalt, den er als „Vorzeigebeispiel“ würdigte. Heinz Mannheims, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft, bedankte sich bei Mitgliedern und Mietern für ihr entgegengebrachtes, oft jahrzehntelang anhaltendes Vertrauen. „Viele der Bewohner leben hier schon seit mehreren Generationen“, sagte Mannheims.

Mit Bildern statt Worten huldigten Jürgen Taeter und Wolfgang Hünerbein ihrem Grüngürtel. Die beiden Fotografen hatten seit Beginn des Jahres 30 Aufnahmen von den Menschen, ihrem Umfeld und ihrem Leben gemacht. Aufnahmen, die verdeutlichen, dass der Grüngürtel zwar kein Beverly Hills sein mag, doch für seine Stadt Düren um so prägender ist.

Zumindest am Sonntagmorgen vermisste man unter den Gratulanten einen schmerzlich. Petrus, für das Wetter zuständig, spuckte den Bewohnern des „Ländchens“ zunächst so richtig in die Suppe. Mit dem Regen verhinderte er die „längste Kuchentheke Dürens“, die mit 220 Metern für den Standort Goebenstraße geplant war. Stattdessen gab es Kuchen für alle im Zelt, musikalisch untermalt vom Jungen Orchester Kreuzau. Und auch der Trödelmarkt in der Freiheitsstraße kam nur langsam in die Gänge. Am Nachmittag aber fuhr die Bimmelbahn durch das Quartier. Und „Klein Chicago“ zeigte sich als Gastgeber von seiner besten Seite, zeigte seine „Schokoladenseite“ und lud ein zu einem Bummel, der sich auch nach hundert Jahren für den Besucher noch lohnt.

Tags zuvor hatte man bei einer Kölschen Nacht richtig gefeiert. Zu Gast waren unter anderem die „Paveier“ und „De Räuber“. Schon deutlich vor Konzertbeginn standen die Menschen Schlange, um ins restlos ausverkaufte Festzelt eingelassen zu werden.

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