Nideggen - Kleider machen Leute: Das Ritterconvent zeigt es

Kleider machen Leute: Das Ritterconvent zeigt es

Von: bel
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Das „Brettchenweben“ wurde für die Produktion von Borten, Gürteln und Schulterriemen eingesetzt. Foto: Bruno Elberfeld

Nideggen. Malerisch zwischen Trauerhalle und Bergfried hatten die Frauen und Männer des „Deutschen Ritterconvents“ ihr Lager aufgeschlagen. Zelte entpuppten sich als Schlaflager, in, vor und neben anderen Zelten wurde gewerkelt, gegessen und getrunken. Es herrschte ein kreativ-buntes Treiben dort, wo vor dem Zweiten Weltkrieg die betuchten Bürger Nideggens Tennis spielten.

Apropos betucht. Gert Klein, der Geschäftsführer des Konvents, erklärt kenntnisreich, wozu das Gewand im Alltag und bei Festen diente. An dem Stoff der Kleidung, an der Farbe, an der Länge, an den Kopfbedeckungen konnten man erkennen, zu welchem Stand die Menschen gehörten. Lief jemand, Mann oder Frau, barfuß herum, gehörte er oder sie zum unfreien Bauernstand. Knechte und Mägde am Hof trugen Kleidung aus grobem, farblosem Leinen.

Sie hatten im Gegensatz zum unfreien Bauern aber schon Lederschuhe, und ihre Hosen waren länger und reichten bis zu den Knöcheln. Die Hauben dienten der Hygiene, damit sich nicht allzu viele Läuse oder sonstiges Getier in den Haaren einnisteten. Die Unterschiede zwischen niederem Adel und Hochadel waren an der Art und Menge der Stoffe abzulesen.

Fürsten trugen Hüte aus Seide, besetzt waren sie mit Hermelinfellen. Der sogenannte Fehpelz bestand aus 100 Hermelinfellen, eine teure Sache, die sich nur „gut betuchte Leute“ leisten konnten.

Im Ritterlager wurden Spielzeuge und Waffen aller Art hergestellt. Frauen setzten die Handspindel in Bewegung, zeigten das „Nadelbinden“, webten mit Brettchen Borte, Gürtel und Schulterriemen. Gegenüber färbte eine Frau Wolle mit „Krappwurzel“ in ein leuchtendes Rot. .

Die Ritter zeigten eine „Waffen- und Rüstschau“, die danach in ritterlichem Schaukampf überging. Bewundern konnten die Besucher historische Persönlichkeiten des hohen Mittelalters zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert in heraldisch einwandfreier Ausstattung. Da stimmte jede Kleinigkeit, da war kein Schweif zu viel am hauseigenen Wappentier.

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