Klassische Musik tut vielen Kindern gut

Von: Sarah Maria Berners
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Profis wie Cellistin Tanja Tetzlaf und Schlagzeuger Hans-Kristian Kjos Sorensen (mit Helm) unterhielten das Publikum beim Kinderkonzert ebenso wie der musikalische Nachwuchs der Musikschule Nideggen. Foto: smb
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Profis wie Cellistin Tanja Tetzlaf und Schlagzeuger Hans-Kristian Kjos Sorensen (mit Helm) unterhielten das Publikum beim Kinderkonzert ebenso wie der musikalische Nachwuchs der Musikschule Nideggen. Foto: smb

Heimbach. „Dass Kinder mit klassischer Musik nichts anfangen können, ist ein falsches Bild, dass viele Erwachsene im Kopf haben“, sagt Paula Schipperges. Die Grundschullehrerin aus Heimbach hat andere Erfahrungen gemacht: „Meine Schüler waren vom Kinderkonzert im vergangenen Jahr so beeindruckt, dass sie Franz Schuberts Stück ‚Die Forelle‘ in diesem Jahr unbedingt selbst spielen wollten.“

Gerade bei Grundschülern sei es nicht schwer, Freude und Begeisterung für die Musik zu wecken – auch für die klassische. Drei Stücke führten die Viertklässler der Heimbacher Grundschule im Jugendstilkraftwerk beim Kinderkonzert der „Spannungen“ auf – und von den fast 600 anderen Kindern ernteten sie ebenso viel Applaus wie die Profis. „Richtig cool“ fanden die Kinder ein afrikanisches Rhythmusstück, dass die Heimbacher Kids spielten.

Abgesehen von einem Klezmer-Stück auf der Klarinette, bei dem sich ein Kind sogar die Ohren zugehalten hat, trafen auch die Profis den Geschmack der Kinder. Sie spielten fröhliche Melodien und Stücke, bei denen Gruselstimmung aufkam.

„Mit Instrumenten lassen sich alle Stimmungen erzeugen“, erklärte Lars Vogt, Pianist und künstlerischer Leiter der „Spannungen“. Außerdem könne Musik Geschichten erzählen. Zum Beispiel von Tieren. So spielte Charles DeRamus auf seinem 300 Jahre alten Kontrabass den Elefanten aus dem „Karneval der Tiere“. Neben musikalischem Talent, bewiesen die Profis aber auch komisches Können, für das sich die Kinder mit herzerfrischendem Lachen und Applaus bedankten.

Schüler von sieben Schulen hatten die Gelegenheit, beim Kinderkonzert einen Einblick in die klassische Musik zu gewinnen. In vielen Schulen wird Musik großgeschrieben.

Teamarbeit im Orchester

„Das Musizieren ist für Kinder ein sehr guter Ausgleich“, sagt Regine Unger, Lehrerin am Burgau Gymnasium. Gleichzeitig würden damit viele Fähigkeiten gefördert. „Musik hat positive Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein und die Konzentrationsfähigkeit“, betont Unger. Außerdem werde damit diszipliniertes Verhalten gefördert. Lena Voth von der Freien Christlichen Schule Düren nennt noch einen weiteren Vorteil: „Musik hilft vielen Kindern, ruhiger zu werden. Und wer in einem Orchester musiziert, ist in Gesellschaft und lernt, als Team zu arbeiten.“

Sie bewertet es sehr positiv, dass Musiker wie David Garrett Klassik und Moderne verbinden und einem klassischen Instrument einen coolen Anstrich geben. „Das Kinderkonzert ist eine tolle Gelegenheit, bei der unsere Schüler viele Instrumente und ihre Klänge kennenlernen“, sagt Lena Voth. „Und natürlich hoffen wir dass die Kinder Lust bekommen, auch ein Instrument zu erlernen.“

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