Klares Votum: 1784 Stimmen für die Grundschule Bergstein

Von: Sandra Kinkel und Franz Sistemich
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Als die Stimmzähler sich am gestrigen Nachmittag kurz nach 18 Uhr an die Auszählung der Wahlzettel begaben, hielt sich das Interesse der Hürtgenwalder Bevölkerung am Ausgang des Bürgerentscheids noch in Grenzen. Foto: Sandra Kinkel

Kleinhau. Hürtgenwald hat entschieden. Der Grundschulteilstandort Bergstein bleibt erhalten. Insgesamt haben sich 3155 Bürger an dem Bürgerentscheid beteiligt, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 43,4 Prozent. 1784 Wähler stimmten für den Erhalt der Schule, 1371 dagegen. Das erforderliche 20-Prozent-Quorum, das für einen gültigen Bürgerentscheid notwendig war, war damit mehr als deutlich erfüllt.

Nur ein gutes Dutzend Eltern ist in den Sitzungssaal des Rathauses gekommen, 16 Mitarbeiter des Rathauses haben die Stimmzettel ausgezählt. Auch einige Ratsvertreter verfolgen die Abstimmung. Auf einem Fernsehapparat läuft – ohne Ton – das U21-Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Tschechien. Die Stimmung ist ruhig. Das liegt daran, dass der Großteil der Eltern sich schon den ganzen Tag im Dorfgemeinschaftshaus in Bergstein getroffen hat. Keiner hat wirklich damit gerechnet, dass der Bürgerentscheid verloren gehen könnte. Für die Kinder gab es eine große Hüpfburg, die Eltern haben sich alte Fotos angeschaut. Und am Ende des Tages natürlich tüchtig gefeiert.

Zur Vorgeschichte: Bereits am 27. Oktober 2016 hatte der Rat der Gemeinde Hürtgenwald beschlossen, die Schule in Bergstein zu schließen. Dem darauf erfolgten erfolgreichen Bürgerbegehren der Bürgerinitiative, die für den Erhalt der Grundschule kämpft, hat der Rat nicht entsprochen. Daraufhin ist es zum Bürgerbegehren gekommen. „Das ist ein guter demokratischer Prozess“, sagte Bürgermeister Axel Buch (CDU) nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses. „Das Ergebnis dieses Bürgerentscheids ersetzt die Entscheidung des Gemeinderates. Das müssen wir akzeptieren. Ich sehe das ganz gelassen.“

Michael Jansen von der BI sagte: „Wir sind natürlich mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden. Und die doch recht hohe Wahlbeteiligung finde ich schon sehr beachtlich.“ Trotzdem, ergänzte Jansen, fange für ihn und seine Mitstreiter die Arbeit jetzt erst an. „Wir haben einen Förderverein für die Grundschule in Bergstein gegründet, der muss jetzt seine Arbeit aufnehmen.“ Problematisch sei, dass Schulleitung und Schulträger für die Schließung der Schule gewesen seien. Jansen: „Wir müssen jetzt sehr darauf achten, dass diese Leute zum Wohle der Grundschule Bergstein agieren.“ Außerdem sei zwischen Bergstein und Vossenack, die ja eine Gemeinschaftsgrundschule bilden, viel Porzellan zerschlagen worden. Jansen: „Vor allem von der Politik. Das müssen wir jetzt kitten.“

Zum neuen Schuljahr hat die Grundschule in Bergstein 46 Schüler, nur sieben Kinder werden im neuen Schuljahr dort eingeschult. Zwölf Einschulungen wären möglich gewesen. Insgesamt werden an der Gemeinschaftsgrundschule Vossenack/Bergstein insgesamt 150 Jungen und Mädchen unterrichtet. „Mittel- und langfristig“, sagte Buch am Sonntag, „werden wir Sanierungsarbeiten an dem Schulgebäude in Bergstein durchführen müssen.“

Auch deshalb gibt es in Hürtgenwald noch keine Entscheidung darüber, wie die 520.000 Euro aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ eingesetzt werden sollen. Buch: „Das müssen wir jetzt im zweiten Halbjahr dieses Jahres entscheiden.“ Darüber hinaus, ergänzte Buch, sei es in den kommenden Wochen eine der wichtigsten Aufgaben des Gemeinderates, die verhärteten Fronten wieder zusammenzufügen. „Das wird schwierig, daran müssen wir arbeiten.“

Zunächst muss der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am 13. Juli das Wahlergebnis formal bestätigen. „Das“, betonte Axel Buch, „ist aber eine reine Formsache.“ Der Schulbetrieb in Bergstein wird nach den Sommerferien ganz normal weiterlaufen.

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