Klares Signal für den Kletterwald am Rursee

Von: Burkhard Giesen
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Tourismus kontra Naturschutz – dieses Problem wird die Planer im Eschauel bis zur Baugenehmigung begleiten. Foto: Louise Blume

Nideggen. Mit den Stimmen von CDU, Menschen für Nideggen (MfN) und den Unabhängigen hat der Bauausschuss der Stadt Nideggen am Dienstag ein klares Signal gesetzt, die Planung für das Projekt Kletterwald im Bereich Eschauel bei Schmidt zu realisieren. SPD, Grüne und die FDP votierten dagegen.

„Wir wollen ein klares Signal für den Tourismus in der Stadt Nideggen setzen“, argumentierte für die CDU Hubert Müller. „Es gibt keine sachlichen Argumente, die man gegen das Projekt vortragen kann. Alles, was vielleicht noch an Fragen offen ist, kann man vertraglich regeln“, betonte MfN-Fraktionsvorsitzender Erwin Fritsch, und Hans Meyer von den Unabhängigen erklärte: „Der Standort Eschauel ist für das Projekt ideal, das wird ein touristischer Anziehungspunkt.“ Vollkommen konträr sehen das SPD, Grüne und FDP.

Gudrun Zentis von den Grünen: „Eine weitere Belastung des Bereiches im Eschauel ist für uns nicht mehr zumutbar. Es gibt in Schmidt bessere Stellen, an denen Projekte wie ein Kletterwald realisiert werden können. Mich wundert es, dass die Belange des Umweltschutzes hier so wenig Gehör finden.“ Noch vor der Sitzung hatte Bürgermeister Marco Schmunkamp (parteilos) für die Einstellung der Planung an diesem Standort plädiert und angeregt, über Alternativen im Bereich Wildpark oder „Schöne Aussicht“ nachzudenken, konnte sich mit seinem Beschlussvorschlag aber nicht durchsetzen.

Die Prüfung der Alternativen soll nun aus einem ganz anderen Grund erfolgen. Insbesondere die Bezirksregierung hatte laut Schmunkamp darauf verwiesen, dass im Rahmen des zu erstellenden Umweltberichtes die Frage, ob andere Standorte aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht besser geeignet seien, bisher nicht ausreichend gewürdigt worden sei.

Bedenken ausräumen

Diese Prüfung soll nun vorab erfolgen, damit bei der erneuten Offenlage des zu ändernden Flächennutzungsplanes alle entsprechenden Bedenken ausgeräumt werden können. Schmunkamp: „Unser Ziel ist es, den Flächennutzungsplan noch in diesem Jahr zu ändern. Dann könnte die Investorin die Baugenehmigung beantragen.“

Als Genehmigungsbehörde für den Bauantrag wäre dann nicht mehr Nideggen, sondern der Kreis Düren zuständig. Walter Weinberger vom Amt für Kreisentwicklung machte in der Sitzung deutlich, dass der Kreis als Untere Naturschutzbehörde „die Planung für beherrschbar“ halte. Allerdings mit einer Einschränkung: „Der Naturschutzbeirat sieht das anders.“

Genau das könnte sich im weiteren Verfahren noch als Knackpunkt herausstellen. Weinberger: „Die Untere Landschaftsbehörde kann eine Befreiung von den Verbotsvorschriften eines Landschaftsschutzgebietes nur dann erteilen, wenn der Beirat dem zustimmt.“ Danach sieht es nicht unbedingt aus. Sollte der Beirat von seinem Widerspruchsrecht Gebrauch machen, läge die Entscheidung bei der Bezirksregierung. Weinberger: „Man muss für dieses Projekt einen langen Atem haben.“

Investorin Yasmin Kalmuth-Büyükdere zeigte sich nach der Sitzung erleichtert, dass sie ihr Projekt weiter vorantreiben kann: „In Nideggen hat die Vernunft gesiegt. Man hat erkannt, wie wichtig der Tourismus ist und dass man mit dem Kletterwald die Stadt positiv weiterentwickeln kann.“

Sie wünscht sich für die Zukunft eine sachliche Diskussion: „In der Vergangenheit sind die Emotionen hochgekocht. Jetzt sollte man aufhören, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Dazu will ich auch meinen Beitrag leisten.“ Der erste Schritt dazu: Die Investorin wird sich vor Ort mit dem Bauausschuss treffen und die weitere Planung erläutern lassen.

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