Klage zurückgezogen: Weg für Ostumgehung Düren ist frei

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
6532988.jpg
Die Klage ist vom Tisch: im Frühjahr soll mit dem Bau der B 56n begonnen werden. Foto: Abels

Düren/Münster. Die Mitteilung aus Münster fiel nüchtern aus, löste bei allen Verantwortlichen in Düren verständlicherweise aber große Erleichterung aus: „Am 6. November ist die Klage gegen die B 56n, Ostumgehung Düren, vor dem Oberverwaltungsgericht NRW zurückgenommen worden. Damit ist das Verfahren beendet“, teilte der Vorsitzende Richter am OVG, Dr. Ulrich Lau, kurz und knapp mit.

Mit anderen Worten: Das letzte Hindernis auf dem Weg zur lang ersehnten Ostumgehung ist aus dem Weg geräumt. „Das ist die beste Nachricht, die wir kriegen konnten“, erklärte Dürens Baudezernent Paul Zündorf am Mittwoch am Rande einer Klausurtagung der Verwaltungsspitze. „Damit werden die jahrelangen Planungen nun endlich Früchte tragen“, betonte der Beigeordnete. „Die Verkehrssituation in Düren wird sich mit dem Bau grundlegend verändern und in Nord-Süd-Richtung deutlich entspannen.“

Ein mittlerweile verstorbener Grundstücksbesitzer hatte gegen den Planfeststellungsbeschluss geklagt und damit den Bau der rund 6,5 Kilometer langen und rund 30 Millionen Euro teuren Neubaustrecke seit Jahren verhindert, obwohl der Haushaltsausschuss des Bundestages schon im vergangenen Dezember die ersten vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt hatte.

„Wir haben uns am Dienstag mit den Erben des Klägers geeinigt“, teilte Bernd Aulmann, Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau in Euskirchen, am Mittwochauf Anfrage mit. Nach DZ-Informationen sollen ein Grundstückstausch und eine finanzielle Entschädigung Teil der Vereinbarung sein, die die Erben zur Rücknahme der Klage veranlasst hat. „Jetzt können wir die Planungen aus der Schublade holen und hoffen, noch vor Jahresende die Aufträge für die Brückenbauwerke vergeben zu können.“

Aulmann kündigte einen Baubeginn im Frühjahr an, so dass für den Bau der neuen B56-Eisenbahnbrücke, 400 Meter östlich der bestehenden, das so wichtige Zeitfenster in den Osterferien genutzt werden kann, wenn die Bahnstrecke Köln-Aachen aufgrund des Abrisses der Schoellerstraßenbrücke ohnehin gesperrt wird.

„Das ist eine super Entscheidung“, kommentierte der CDU-Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Stefan Weschke, die Nachricht aus Münster. Er betonte, dass sich damit nicht nur die sehnlichst erwartete Verkehrsentlastung abzeichne, sondern auch der Weg frei wäre für eine Erweiterung des Gewerbegebiets Distelrather Straße östlich der Kölner Landstraße, die im Flächennutzungsplan bereits vorgesehen ist.

Auch Eberhard Hess, Sprecher der Bürgerinitiative für die B 56n, sprach von einer äußerst erfreulichen Nachricht nach einem jahrzehntelangen Kampf. „Andererseits sind damit die Probleme nicht vom Tisch, die mit dem Abriss der Schoellerstraßenbrücke auf die Stadt zukommen“, befürchtet Hess ab April 2014 weiter ein Verkehrschaos. Er schlägt daher vor, den Brückenabriss jetzt zu verschieben, bis die Ostumgehung fertig ist. Solange solle man am Status quo mit der Behelfsbrücke festhalten, um die marode Brücke zu entlasten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert