Klage gegen Restsee im Tagebau Inden angekündigt

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Braunkohle Tagebau Inden
Ein Bagger fördert im Braunkohle Tagebau Inden bei Düren vor der Kulisse des RWE-Kraftwerks Weisweiler Braunkohle. Nach dem verheerenden Erdrutsch in Nachterstedt in Sachsen-Anhalt fordern die Stadt Düren und eine Bürgergemeinschaft den Stopp der Planungen für den See im Restloch des Tagebaus Inden. Foto: dpa

Düren. Die Dürener CDU verschärft nach dem Unglück von Nachterstedt ihre Gangart gegenüber der Landesregierung. Sie erneuert die Forderung von Bürgermeister Paul Larue, die vom Braunkohlenausschuss einstimmig beschlossenen Restseepläne für den Tagebau Inden II solange auf Eis zu legen, bis die Ursachenforschung in Sachsen-Anhalt abgeschlossen ist.

Sollte sich die Landesregierung gegen das Moratorium aussprechen und der geänderte Braunkohlenplan Ende August rechtskräftig werden, will die CDU-Mehrheitsfraktion noch im September im Stadtrat eine Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster beschließen. Das kündigten Fraktionschef Karl-Albert Eßer und Bürgermeister Paul Larue an, unterstützt vom Technischen Beigeordneten Hans Wabbel.

Die Grundannahmen der Seebefürworter seien seit dem tragischen Unglück widerlegt, das Verbesserungsgebot der Planänderung nicht mehr gegeben, betonte Eßer. Von einer größeren Attraktivität einer Freizeitlandschaft mit größerem wirtschaftlichen Potenzial im Vergleich zu einer landwirtschaftlichen Rekultivierung könne jetzt wohl keine Rede mehr sein, betonte Eßer.

Auch die Frage der Beherrschbarkeit von Restseen müsse neu beantwortet werden. „So hart es klingen mag. Seit Nachterstedt verbinden viele Bürger mit dem Wort Restsee nicht mehr das Badevergnügen, sondern den Tod”, ergänzte Larue, besorgt um die Zukunft des Stadtteils Merken, den nicht nur steile Ufer vom geplanten Indesee trennen werden, sondern der auch von zwei Seiten angebaggert wird.

Im Übrigen betonte Larue, dass er den Klageweg schon vor dem Unglück für richtig erachtet habe. Das unterstrich auch Hans Wabbel: „Beherrschbare und vermeidbare Risiken sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe”, erklärte der Beigeordnete und verwies auf die instabile und wasserdurchlässige geologische Formation unterhalb der nur sechs Kilometer langen Landzunge, die einmal den bis zu 180 Meter tiefen Indesee vom bis zu 550 Meter tiefen Hambachsee trennen wird.

Derweil haben sich auch die Landtagsabgeordneten Liesel Koschorreck (SPD) und Josef Wirtz (CDU) an NRW-Wirtschaftsministerin Thoben gewandt. Wirtz fordert sie auf, die Sicherheitsbedenken auszuräumen, Koschorreck, dass die sich aus der Katastrophe von Nachterstedt zu ziehenden Erkenntnisse insbesondere für die Dimensionierung der Böschungen berücksichtigt werden.
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