Kläranlage Gey wird dieses Jahr „aufgemöbelt”

Von: Norbert Holthoff
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Eines der Nach- wird Vorklärbecken, ein anderes um 30 Zentimeter vergrößert. Foto: N. Holthoff

Gey. 34 Jahre hat sie schon auf dem Buckel. Und tut immer noch gut ihre Dienste. Doch in Kürze wird die Kläranlage „aufgemöbelt”. Weil die Kölner Bezirksregierung es so will. Insgesamt runde 850.000 Euro lässt sich der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) dieses Projekt kosten, schätzt Thomas Rolfs.

„Wir versuchen, mit einer Mini-Investition über die Runden zu kommen.” Eigentlich hatte man das „Grünlicht” für die Ertüchtigung schon vergangenen Sommer erwartet, doch es kam erst in diesen Tagen.

Für 4400 Einwohner

Im Moment „hängen” 3500 Einwohner an dieser Anlage. Da im Einzugsgebiet der Kläranlage aber Bauerwartungsland liegt - wie zum Beispiel der Bebauungsplan G 4 „In der Graat” in Straß mit etwa einem Dutzend Grundstücken - , das die Gemeinde Hürtgenwald auch möglichst schnell an den Mann bringen möchte, um den Bevölkerungsschwund zu stoppen, soll der WVER aktiv werden. Schließlich muss die Kläranlage für eine Vollauslastung passen. Die läge bei 4400 Einwohnern.

Rolfs: „Zur Zeit können wir in der Anlage locker alle Grenzwerte einhalten. Wir müssen aber nachweisen, dass wir mit der Anlage auch die Abwässer von 4400 Bewohnern reinigen können.”

Zurzeit besteht die Kläranlage aus einem Rechen, durch das größere Stoffe aus dem Wasser entfernt werden; ein Sand- und ein Fettfang folgen. An diese so genannte mechanische Reinigungsstufe schließt sich die Biologische an: In zwei Becken bauen Bakterien weitere Verschmutzungen ab.

Über eine Fällmitteldosieranlage wird zudem der Phosphor aus dem Abwasser geholt. In zwei hintereinander liegenden Nachklärbecken trennen sich Bakterienmasse und gereinigtes Abwasser durch Sedimentation, bevor Letzteres in den Geybach gelangt.

Erste Überlegungen zur Ertüchtigung scheiterten an der Nachklärung: „Hinter der Anlage hätten wir in den Büschen ein Riesenbecken bauen müssen. Das wäre zu teuer geworden und die Kosten hätten über 30 Jahre abgeschrieben werden müssen”, sagt Rolfs. Die Kläranlage praktisch aufzugeben und die Abwässer Richtung Düren abzuleiten, sei theoretisch möglich, aber Kanalnetz und Sammler Richtung Kreisstadt sind ohnehin schon an der Belastungsgrenze. Eine Einleitung der Abwässer in den Geybach kommt ebenfalls nicht infrage, weil dieser zu wenig Wasser führt.

Nun plant der WVER eine veränderte Nutzung der Becken: Ein Nach- wird zum Vorklärbecken umgebaut, in dem sich nach Rechen und Sand-/Fettfang weitere Schwebstoffe absetzen. Um die nötige Änderung im Wasserfluss zu erreichen, werden Leitungen verlegt und Pumpen umgebaut.

Neue Elektrotechnik

Um möglichen Geruchsbelästigungen durch Klärschlamm, der aus dem neuen Vorklärbecken abgezogen wird, vorzubeugen, wird der diesen Schlamm aufnehmende Speicher abgedeckt und die Abluft über einen neuen Biofilter geleitet. Rolfs: „Diese Vorklärung wirkt sich entlastend auf die nachfolgenden Reinigungsstufen aus, so dass das verbleibende Nachklärbecken nur um 30 Zentimeter erhöht und somit dessen Kapazität vergrößert werden muss.”

Thomas Rolfs: „Auch die Elektrotechnik wird dann parallel modernisiert und ein Leitsystem installiert. Das jetzige Bürogebäude wird zur Schaltanlage. Die Mitarbeiter bekommen dahinter auf der Wiese einen Büro-Container.”

Mit der aktuellen Genehmigung können nun die Arbeiten ausgeschrieben und das Material bestellt werden. „Für den Umbau samt Technikumstellung haben wir etwa neun Monate eingerechnet”, schätzt Thomas Rolfs.
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