Düren - Kläranlage Düren: WVER will den Gestank abstellen

Kläranlage Düren: WVER will den Gestank abstellen

Von: Jörg Abels
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Der offene Zulauf aus dem Kanalnetz ist eine der letzten Geruchsquellen an der Kläranlage Düren. Der Bereich soll 2016 überdacht, die stinkende Luft in einer speziellen Anlage gefiltert werden. Foto: Berners

Düren. Seit Jahren klagen Anwohner in Merken, Huchem-Stammeln und Birkesdorf je nach Windrichtung über Gestank von der Kläranlage Düren. Vor allem an heißen Sommertagen häufen sich regelmäßig die Beschwerden.

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) hat in den vergangenen Jahren zwar viele Maßnahmen ergriffen, um die von der Kläranlage ausgehende Belästigung abzustellen. Alle betrieblich beeinflussbaren Quellen wurden nach WVER-Angaben zwischenzeitlich beseitigt, inklusive der Abluft, die behandelt wird. Die Klagen aber blieben.

2016 will der Verband daher noch einmal rund eine Dreiviertelmillion Euro in die Hand nehmen, um auch die letzte Geruchsquelle abzustellen: den offenen Zulauf und die mechanischen Reinigung, dem Bereich, in dem die Feststoffe aus dem Abwasser entfernt werden. Gerd Büßelberg, zuständiger Sachbearbeiter beim WVER, erklärt die Geruchsbelästigung gegenüber der Stadt mit der besonderen Zusammensetzung des Abwassers, das die Kläranlage Merken über zwei Kanäle erreicht.

„An einen dieser Sammler sind größere Industriebetriebe angeschlossen, insbesondere aus der Papierindustrie“, erklärt Büßelbach. Deren Abwässer seien durch eine hohe Sulfid- und Sulfatkonzentration gekennzeichnet. Biologische Prozesse führten dazu, dass schon im Kanal stinkende Schwefelverbindungen entstehen, die aber nicht gesundheitsgefährdend seien. Das hätten stichprobenartige Messungen im Zuge des Arbeitsschutzes für die Beschäftigten ergeben.

Die Planung des WVER sieht nur vor, die offenen Abwasserbereiche am „Eingang“ der Kläranlage zu überdachen. Auch der Containerstellplatz für die ausgesiebten Feststoffe wird eingehaust. Die stinkende Luft soll dann aus den Gebäuden abgesaugt und in einer Abluftbehandlungsanlage gereinigt werden, erst chemisch, dann in einem Biofilter.

„Wir gehen davon aus, dass wir mit der geplanten Baumaßnahme die Geruchsbelastung minimieren und damit für eine deutliche Entlastung der Anwohner sorgen können“, betont WVER-Sprecher Marcus Seiler. Der Kläranlagen-Betreiber wartet nur noch auf die Genehmigung der Bezirksregierung Köln. Der WVER geht davon aus, dass die Maßnahme bis zum Sommer 2016 umgesetzt werden kann.

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