Huchem-Stammeln/Merken - Kläranlage Düren: Rund 1,4 Millionen Euro sollen investiert werden

Kläranlage Düren: Rund 1,4 Millionen Euro sollen investiert werden

Von: Jörg Abels
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Thomas Rolfs, Thomas Meurer, Marcus Seiler und Miriam Vieten (v.r.) vom WVER am offenen Zulauf der Kläranlage Merken. Der Hotspot der Geruchsbelästigung soll bis Sommer 2018 eingehaust, die stinkende Luft abgesaugt und zweifach gewaschen werden. Foto: Abels
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Auch Teile des sogenannten Sandfangs werden überdacht, damit die Luft auch dort abgesaugt und gereinigt werden kann. Foto: Abels

Huchem-Stammeln/Merken. Den Bürgern in Huchem-Stammeln, Merken und Teilen Birkesdorfs stinkt es gewaltig, im wahrsten Sinne des Wortes; je nach Windrichtung. Und so mancher Autofahrer auf der A4 könnte die Ausfahrt Düren in Fahrtrichtung Köln auch im Blindflug finden, quasi immer der Nase nach.

Die Wurzel allen Übels ist die Kläranlage Düren. Das Thema der Geruchsbelästigung ist nicht neu und vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER), der die Anlage betreibt, auch längst erkannt. Seit Jahren verspricht der WVER, für Abhilfe zu sorgen.

Doch die Umsetzung der geplanten Maßnahmen zieht sich hin, so dass sich der neue Vorstand Dr. Joachim Reichert vor wenigen Tagen erst in einem Schreiben an die Gemeinde Niederzier und die Stadt Düren persönlich veranlasst sah, sich für die ekelhaften Gerüche zu entschuldigen und eine baldige Besserung der Situation zu geloben.

Die Hauptquelle der Geruchsbelästigung liegt im Bereich des offenen Zulaufs zur Kläranlage, dort, wo an normalen, trockenen Tagen rund 800 Liter Abwasser pro Sekunde in die Kläranlage fließen, bei starkem Regen auch schon mal bis zu 1700 Liter. Aber auch im weiteren Verlauf, im sogenannten Sandfang, werden Gerüche freigesetzt.

Das hat schon vor Jahren ein aufwendig erstelltes Gutachten der Universität Kassel ergeben. Dabei kommen die unterschiedlichsten Gerüche zusammen, die aus dem Abwasser der Privathaushalte, der Papierindustrie und auch die eines großen Gemüseverarbeiters. Vor allem ist es der wie faule Eier riechende Schwefelwasserstoff (H2S), der sich penetrant in den Nasen festsetzt, erklärt WVER-Abwasserdezernent Thomas Rolfs.

Überall dort, wo das Abwasser extrem aufgewirbelt wird und damit Gerüche freigesetzt werden, will der WVER in Zukunft die betroffenen Anlagenteile baulich abdecken und die Luft über Unterdruck absaugen, erklärt Rolfs; neben dem Zulauf sind das noch sieben weitere Stellen. „Wir werden die Luft dann in einem neuen Gebäude zweimal waschen“, verdeutlicht er, „einmal mit Wasserstoffperoxid, danach in einem Biofilter“.

1,4 Millionen Euro will der WVER investieren. Anfang 2015 bereits lagen die Pläne der zuständigen Bezirksregierung Köln vor, betont Miriam Vieten, Leiterin der Abteilung Planen und Bauen beim WVER. Erst im April 2016 kam die Genehmigung. Als dann die Leistungsverzeichnisse für die Ausschreibungen erstellt werden sollten, erkrankte der zuständige Mitarbeiter des beauftragten Ingenieurbüros langfristig, erklärt Miriam Vieten die weitere Verzögerung.

Und weil die Planung Spezialwissen erforderte, konnte auch nicht eben mal ein Kollege einspringen. Erst im August dieses Jahres waren die Ausschreibungen fertig, nur dass für die Bautechnik kein Angebot eingegangen ist. Thomas Meurer, Leiter des Kläranlagen-Unternehmensbereichs Ost, begründet das mit der guten Auftragslage im Bauhandwerk. Nichtsdestotrotz sind die WVER-Experten zuversichtlich, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr mit der Betonsanierung der betroffenen Anlagenteile beginnen können. Mit dem Abschluss rechnen sie nun im kommenden Sommer.

Dass auch danach immer noch Gerüche von der Kläranlage ausgehen, will Thomas Rolfs nicht ausschließen, schließlich gebe es noch weitere Anlagenbereiche wie die Vorklärbecken, die nicht überdacht werden können. Das Gros dürfte aber dann beseitigt sein, ist er überzeugt, zumal Thomas Meurer auch noch Abdeckungen am der Kläranlage vorgelagerten Pumpwerk ankündigt und das sogenannte Vereinigungsbauwerk, in dem die Abwasserkanäle aus Richtung Hoven und Merzenich auf den Hauptsammler Winden-Düren treffen, neue Deckel erhalten wird. Die alten wurden bereits provisorisch abgedichtet.

Meurer bittet die Bevölkerung zudem um Mithilfe bei der Erstellung eines Katasters, in dem auch weitere Daten wie Windrichtung, Temperatur, Luftdruck und der Art des ankommenden Abwassers berücksichtigt werden. Per E-Mail an kontakt@wver.de kann jeder mitteilen, wann und wo er Gerüche wahrgenommen hat.“ Jede Beschwerde werde aufgenommen, „damit wir noch weitere Maßnahmen ergreifen können“. Die Anwohner der umliegenden Orte können sich also aktiv beteiligen, damit sie in Zukunft nicht länger die Nase rümpfen müssen.

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