„KitaVäter“: Zeit für Kinder und Gespräche - unter Männern

Von: Sarah Maria Berners
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„Wir Väter haben auch eine große Verantwortung gegenüber unseren Kindern“: Erzieher Eric Pfister setzt sich für intensive Väterarbeit in der Kita Spatzennest ein. Foto: Berners

Kreuzau. „Wir Väter sind nicht nur Erzeuger. Wir haben auch eine Verantwortung unseren Kindern gegenüber“, sagt Eric Pfister. Aber er weiß: „Auf dem Weg, unserer Verantwortung gerecht zu werden, kommen viele Fragen auf, und es gibt manche Hindernisse.“ Um Fragen zu beantworten und beim Überwinden der Hindernisse zu helfen, hat Eric Pfister das Projekt „Kreuzauer KitaVäter“ ins Leben gerufen.

Der 36-Jährige ist Vater von zwei Kindern und Erzieher in der Kita Spatzennest. Und eines seiner ersten Projekte, die er 2009 in Angriff nahm, war es, die „Väterarbeit“ auf die Beine zu stellen. „Denn die spielt in vielen Einrichtungen noch keine große Rolle“, sagt Pfister.

Mit dem Projekt „KitaVäter“ will Pfister Vätern hilfreiche Anregungen mit auf den Weg geben und einen Rahmen schaffen, in dem sich Väter über ihre Kinder sowie Erziehungsfragen und -probleme unterhalten können. Und er will klassische Rollenbilder, die es nach wie vor gebe und mit denen viele Väter aufgewachsen seien, aufbrechen. „Um unserer Verantwortung gerecht zu werden, ist das unabdingbar“, sagt Pfister.

Die Väterarbeit in den Kitas Spatzennest und Rurpiarten besteht aus zwei Bausteinen: den Väterabenden und den Väteraktionen. Bei den Väteraktionen geht es darum, dass Väter etwas mit ihren Kindern unternehmen. Bei den Aktionen steht immer ein abwechslungsreiches Programm an: Das kann ein Treffen auf dem Bolzplatz sein, ein Rodelnachmittag oder eine Bauaktion.

„Endlich gibt es auch mal ein Angebot für uns und nicht nur für die Mütter“, zitiert Pfister die Reaktionen der Väter. Es hat sich für Pfister gezeigt, dass es leichter ist, die Männer zu erreichen, die sich ohnehin schon sehr für ihre Kinder einsetzen und Zeit mit ihnen verbringen. Mehr Männer für die „Väterarbeit“ zu begeistern ist sein Ziel – zum Wohl der Kinder.

Die Aktionen sollen in erster Linie Spaß machen und verbinden. Vor allem aber für Väter, die im Alltag wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen, sollen die Väteraktionen auch Anleitung sein. In fröhlicher Gesellschaft gibt es Anregungen, wie sich Väter mit ihren Kindern beschäftigen können, wie man zusammen spielen und Spaß haben kann. Bei den Väterabenden, die alle drei Monate stattfinden, bleiben die Kinder zu Hause. Dann wird in geselliger Runde in der Kita gesprochen – über die Kinder, über Erlebnisse, über Sorgen und Ängste und Meinungsverschiedenheiten mit den Müttern.

Nicht immer einer Meinung

Bei den Väterabenden bietet sich auch Raum, um darüber zu diskutieren, wenn Mutter und Vater mal nicht einer Meinung sind. „Mütter tragen ihre Kinder eher, Väter möchten sie manchmal lieber in die Eigenständigkeit schubsen“, findet Pfister bildhafte Worte für ein klassisches Beispiel, in denen Väter und Mütter nicht immer einer Meinung sind.

Eric Pfister hat aber nicht nur in diesem Punkt Unterschiede zwischen Müttern und Vätern festgestellt: Die Aktionstage der „KitaVäter“ kommen prima an, mit den Gesprächsrunden jedoch tun sich die Väter schwerer. „Dabei kann es sehr bereichernd sein, sich auszutauschen“, sagt Pfister, der die Gesprächsrunden als Vater und als Fachmann leitet. Ein erster Schritt, um den Zugang zu den Väterabenden zu erleichtern, war nun die Verlagerung auf eine Kegelbahn. Darüber hinaus will Pfister Kurse wie „Erste Hilfe am Kind“ etablieren. Der nächste für Väter und Mütter soll im April stattfinden.

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