Düren - Kitabau in der Kirche wirft noch Fragen auf

Kitabau in der Kirche wirft noch Fragen auf

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
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In St. Bonifatius soll eine Kita integriert werden. Foto: Abels

Düren. Der Plan ist innovativ: In der ehemaligen Pfarrkirche St. Bonifatius soll ein viergruppiger Kindergarten in Trägerschaft der Pfarre St. Lukas integriert werden. Ein Großteil des Kirchenschiffes soll erhalten bleiben, als Spielplatz für die Kinder dienen, aber auch anderweitig nutzbar bleiben, zum Beispiel für Konzerte.

Rund 1,7 Millionen Euro will die Stadt aus Geldern des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes des Landes für den Umbau zur Verfügung stellen, um das Angebot an Kita-Plätzen im Dürener Osten zu verbessern. Aktuell liegt dort die Versorgungsquote bei nur 16,4 Prozent für Kinder unter drei Jahren und bei 67 Prozent bei Kindern über drei Jahren.

Bedarf ist vorhanden

Die grundsätzliche Notwendigkeit einer weiteren Kita im Dürener Osten stellt der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Floßdorf auch gar nicht infrage, auch wenn er befürchtet, dass sich die Pfarre an anderer Stelle von Kita-Gruppen trennen wird, weil das Bistum Aachen vorgibt, dass Pfarren keine zusätzlichen Kita-Trägerschaften übernehmen dürfen. „Dann würden überhaupt keine neuen Kita-Plätze geschaffen“, unkt Floßdorf, es sei denn, ein anderer Träger oder die Stadt würden einspringen.

Was Floßdorf aber noch mehr bewegt ist die Kostenfrage. Er befürchtet angesichts der Erfahrungen mit Umbauten in alten Gebäuden nicht nur, dass die von der Stadt abzudeckenden Umbaukosten noch deutlich steigen werden. „Der Betrieb der Kita wird vom Land über das Kinderbildungsgesetz refinanziert. Das gilt aber nicht für das Kirchenschiff.“

Tragweite der Kosten bewusst?

Floßdorf befürchtet, dass sich die Pfarre, die als Trägerin für die Betriebskosten aufkommen muss, diese Tragweite gar nicht bewusst ist und die Trägerschaft nach zwei, drei Jahren aus finanziellen Gründen wieder abgeben könnte. Dann müsste die Stadt einspringen, um zu verhindern, dass sie die zweckgebundenen Fördermittel des Landes für den Umbau zurückzahlen muss.

„Wir würden dann auf den immensen Betriebskosten sitzenbleiben“, befürchtet Floßdorf. Er fordert daher von der Pfarre zweierlei: „Erstens soll sie sagen, wo sie Gruppen schließen will, und zweitens verbindlich erklären, dass sie die Kita solange betreibt, wie die Fördermittel gebunden sind.“

Die Bedenken des CDU-Politikers, die auch die bislang unbeantwortete Frage des höheren Schallschutzes, der gesetzlich für eine Kita erforderlich ist, beinhaltet, wurden im Finanzausschuss von der „Ampel“-Koalition ausgeblendet. Die Betriebskosten seien keine städtische Angelegenheit, sondern die des Trägers, betonte auch Bürgermeister Paul Larue (CDU). Der Ausschuss sprach sich mit den Stimmen der „Ampel“ für das Projekt aus, das Modellcharakter bei der Umnutzung nicht mehr benötigter Pfarrkirchen hat.

Lukas-Pfarrer Hans-Otto von Danwitz erklärte auf Nachfrage, dass sich die Pfarre der Höhe der Betriebskosten für das Kirchenschiff bewusst sei. Diese würden wie bisher aus dem Etat der Kirchengemeinde finanziert.

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