Düren - Kirschkern-Weitspucken: Tipps vom Rekordweltmeister

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Kirschkern-Weitspucken: Tipps vom Rekordweltmeister

Von: Jörg Abels
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Wenn Hans-Peter Iven die Zunge rollt und den Kirschkern spuckt, geht es meistens um den Sieg. Foto: Abels
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Für Annakirmes-Platzmeister Achim Greiff steht der Spaßfaktor im Vordergrund. Foto: Abels

Düren. „Wer seine Zunge nicht rollen kann, ist chancenlos. Ohne den Blasrohreffekt geht‘s einfach nicht.“ Hans-Peter Iven muss es wissen. Der 66-Jährige ist nicht nur Titelverteidiger, sondern längst auch Rekordsieger der Weltmeisterschaft im Kirschkern-Weitspucken. Und der achtfache Champion hat vor der 40. Auflage des Juxwettbewerbs am Eröffnungssamstag der Annakirmes noch weitere Tipps für Neulinge parat.

„Man sollte rechtzeitig vor Ort sein, um möglichst viele Kirschen zu bekommen.“ Nicht weil die immer besonders gut schmecken, sondern um einen möglichst runden Kern zu erwischen. „Ovale rollen nämlich nicht so gut und verspringen leicht“, weiß Iven. Daher sollte jeder Stein auch penibel vom Fruchtfleisch befreit und rundgeknabbert werden. Ohnehin ist es eine Kunst für sich, dass der Kern beim Spucken auch auf der nur einen Meter breiten Bahn bleibt. Auch hierfür weiß Iven Rat. „Nicht hoch und weit spucken, sondern niedrig ansetzen und den Kern über die Bahn rollen lassen.“

Schon vor 31 Jahren war Iven mit dieser Technik erfolgreich, sieben weitere Siege folgten, auch wenn Hans-Peter Iven seine 1983er Weite von 20,59 nicht mehr steigern konnte und sich seit zehn Jahren vergeblich bemüht, den Weltrekord von Oliver Kuck aus dem Jahr 2003 von 20,71 Meter zu knacken. Samstag unternimmt der Gürzenicher einen neuen Anlauf. Natürlich muss für Rekordweiten auch das Wetter mitspielen. „Ist es zu heiß, wird die Bahn weich und stumpf“, erklärt Iven. „Regnet es, werden die Kerne ausgebremst.“

Eine Annakirmes-Eröffnung ohne WM im Kirschkern-Weitspucken kann sich der 66-jährige Gürzenicher ebenso wenig vorstellen wie Platzmeister Achim Greiff, der den Wettbewerb von seinem Vor-Vorgänger Hans Zens geerbt hat. Dass die 1974 im Überschwang der Gefühle nach der gewonnenen Fußball-WM geborene „Schnapsidee“ längst Kultstatus genießt und regelmäßig Teilnehmer aus der nordhessischen Kirschenstadt Witzenhausen und aus der Schweiz anlockt, hätte vermutlich auch Hans Zens kaum für möglich gehalten. Aber genau diese Begegnungen sind es, auf die sich auch Achim Greiff und Hans-Peter Iven immer wieder freuen.

„Die Veranstaltung hat einfach etwas familiäres mit einem sehr treuen Publikum“, freut sich Greiff schon heute auf den selbst gebackenen Kuchen der Hundesportfreunde, die seit Jahren ihren Platz hinter der Achterbahn für die Kirschkern-Spucker zur Verfügung stellen. „Die WM im Kirschkern-Weitspucken gehört einfach zur Annakirmes wie zum Glück auch wieder die Miss-Wahl und das Feuerwerk“, betont Greiff.

Klar, dass es sich auch der Platzmeister daher Jahr für Jahr nicht nehmen lässt, auch höchstpersönlich am Wettbewerb teilzunehmen; mit mäßigem Erfolg jedoch. In die Endrunde der besten Zehn hat es der Platzmeister bislang nur ein einziges Mal geschafft. „Ich halte mich aber nicht absichtlich zurück“, versichert Greiff und lacht. „Die anderen sind einfach besser.“

Für Greiff steht wie für die meisten Teilnehmer der Spaß im Vordergrund. Das Kirmesgeld, das an die Sieger ausgezahlt wird, ist auch für Hans-Peter Iven zweitrangig. „Das wird abends ohnehin direkt wieder auf dem Platz ausgegeben“, erklärt der 66-Jährige. Und Iven gibt frei und offen zu, auch die Aufmerksamkeit ein wenig zu genießen, die mit dem Juxtitel verbunden ist.

Mehrmals bereits war er Gast bei Fernsehsendern, zuletzt 2013. Nach seinem achten Sieg weihte er die Zuschauer des Sat1-Frühstücksfernsehens in die hohe Kunst des Kirschkernspuckens ein und demonstrierte vor Ort im Studio in Berlin, wie gekonnt er die gerollte Zunge als Katapult einsetzen kann.

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