Kreis Düren - Kirchen, Caritas und Schuldnerberatung beraten ALG-II-Empfänger

Kirchen, Caritas und Schuldnerberatung beraten ALG-II-Empfänger

Von: bel/sj
Letzte Aktualisierung:
4575755.jpg
Klaus Penzlin (Arbeitslosenzentrum), Dagmar Becker (Schuldenberatung), Peter Schongen (Katholische Kirche Region Düren), Pfarrerin Karin Heucher und Thomas Müller (v.l.) fordern den Kreis zum Handeln auf. Foto: bel

Kreis Düren. Die Evangelische Gemeinde, die Katholische Kirche der Region Düren und der Caritasverband haben sich zu einem gemeinsamen Appell entschlossen: Alle Arbeitslosengeld-II-Empfänger, deren Miete in 2011 gekürzt wurde oder deren Nebenkosten nicht in voller Höhe von Jobcenter oder Sozialamt ausgezahlt wurden, sollten noch bis Jahresende Überprüfungsanträge stellen und an den Kreis Düren schicken.

Die entsprechenden Anträge liegen an vielen Stellen aus, beispielsweise in den Pfarrbüros, im Büro der Regionaldekane und bei der Evangelischen Gemeinde. Sie können aber auch im Internet unter www.caritasverband-dueren.de und www.schulden-insolvenzberatung-dueren.de heruntergeladen werden. Die Angelegenheit ist deshalb dringend, so formulierte es Pfarrerin Karin Heucher, weil die Ansprüche zumindest für das Jahr 2011 verfallen könnten. Die zum Appell aufrufenden Institutionen haben sich zu einem Bündnis zusammengefunden, um den Leistungsempfängern zu ihrem Recht zu verhelfen. Unterstützung gibt es von anderen Institutionen und Wohlfahrtsverbänden.

Frage der Kostenübernahme

Wo liegt das Problem? Im Kreis liegt für die Mietobergrenzen bislang noch kein schlüssiges Konzept vor. Die Folge aus Sicht des Bündnisses: Viele Leistungsempfänger erhalten nicht die Miete und die Nebenkosten, die ihnen rechtmäßig zustehen. Doch Ende des Jahres, befürchtet Schuldnerberaterin Dagmar Becker, könnte es zu spät sein, dann würden ALG-II-Empfänger leer ausgehen und müssten nicht anerkannte Mieten und Nebenkosten selbst tragen.

Thomas Müller, der Vertreter des Caritasverbandes Düren-Jülich, rechnete es den Verantwortlichen im Kreis positiv an, dass sie zügig und angemessen rückwirkend auf die Erhöhung der Mietfläche um fünf Quadratmeter pro Person reagiert hätten. Doch bei der Auszahlung des Geldes hapere es. Caritas, Kirche und Schuldnerberatung appellieren an die Betroffenen: „Besorgen Sie sich den Antrag zur Überprüfung. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie uns. Wir werden Ihnen helfen!“

Kreisdirektor Georg Beyß versicherte auf Anfrage unserer Zeitung, dass das Konzept „bis Ende des Jahres vorliegt“. Mit Blick auf die Nebenkosten würde auch ein im Jahr 2013 eingereichter Überprüfungsantrag die Nebenkosten des Jahres 2011 einschließen. Anders sehe es bei der Netto-Kaltmiete aus. „Es ist gutes Recht, bis Jahresende einen Überprüfungsantrag zu stellen“, sagte Beyß. Über die datenschutzrechtlichen Probleme bei der Erstellung des Konzepts habe der Kreis regelmäßig informiert. Sobald das Konzept vorliegt, werde es berücksichtigt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert