Kirche St. Marien wird Bestsellerkulisse

Von: Nadine Tocay
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Die Schauspieler der Romanverfilmung gemeinsam mit ihrem Regisseur und der Autorin: (v.l.) Hildegard Schmahl, Christiane Bärwald, Benjamin Sadler, Romanautorin Anne Gesthuysen, Jutta Speidel, Regisseur Till Endemann und Gertrud Roll. Foto: Nadine Tocay

Müddersheim. Vor der Kirche St. Marien im Vettweißer Ortsteil Müddersheim herrschte reger Verkehr. Der Grund: Dreharbeiten zur Romanverfilmung des Bestsellers „Wir sind doch Schwestern“ von Anne Gesthuysen.

Der Film erzählt aus dem Leben dreier älterer Schwestern. Nach vielen Jahren Streit zwischen der Ältesten und der Jüngsten, gelingt es der Mittleren der Dreien, die beiden wieder zu versöhnen. Sie alle treffen sich auf dem 100. Geburtstag der ältesten Schwester wieder, und blicken gemeinsam auf ein gesamtes Jahrhundert voller Kriege, Liebe, Skandale und Zerwürfnisse zurück.

Durch den Sprung in drei unterschiedliche Zeiten – 1915, 1950 und 1994 – wird neben der Familiengeschichte auch das facettenreiche Bild des 20. Jahrhunderts gezeigt.

Insgesamt neun Schauspielerinnen verkörpern die Schwestern in ihren verschiedenen Lebensabschnitten. Mit den Hauptdarstellern Jutta Speidel, Gertrud Roll, Hildegard Schmahl, die die Schwestern spielen, und Benjamin Sadler als Politiker Heinrich Verhoeven konnten bekannte Persönlichkeiten für die Besetzung gewonnen werden.

Bereits seit dem 24. April wird die UFA-Fiction-Produktion in Koproduktion mit der ARD Degeto und dem WDR im Kreis Düren und anderen Orten im Rheinland gedreht. Gefördert wird die Produktion von der Film- und Medienstiftung NRW. Drei Jahre habe der Prozess, das Drehbuch zu schreiben, gedauert, erläutert die Drehbuchautorin und Grimme-Preis-Trägerin Heide Schwochow.

In der Zeit habe sie sich auch mit der Romanautorin Gesthuysen getroffen und sich die Orte und Menschen zeigen lassen, auf denen die Romanfiguren basieren. „Es war wie eine Reise. Zwischen den Figuren und mir ist etwas passiert“, beschreibt Schwochow.

Als Vorbild für die Figuren im Buch dienten Großtanten von Gesthuysen. „Natürlich hatte ich reale Menschen im Kopf, als ich das geschrieben habe. Aber ich habe reale Romanfiguren erschaffen, die ein Eigenleben führen“, erläutert die Autorin, die im Film auch eine Komparsenrolle übernimmt. Besonders erfreut sei sie über die Vielzahl an Überlappungen zwischen Roman und Drehbuch.

Die 63-jährige Jutta Speidel verkörpert die Rolle des 84-jährigen „Nesthäkchens“ Betty Janssen im Jahr 1994. „Jeder von uns hat Familien, in denen es Geschichten gibt“, meint die erfahrene Schauspielerin. Wenn man Gesthuysens Buch gelesen oder den Film gesehen habe, dann tauche unweigerlich die Frage nach all diesen Familiengeschichten auf, man wolle sie ergründen.

Wie sie selbst in zwanzig Jahren sein möchte, darauf weiß Jutta Speidel eine präzise Antwort: „Wenn man sich Heiterkeit und Gelassenheit im Leben erarbeitet hat und damit ins Alter geht, hat man eine Vorbildfunktion“, findet sie. Man müsse immer das Interesse daran behalten, mitzubekommen, was um einen herum geschehe.

Benjamin Sadler, der den Politiker Verhoeven in den Jahren 1915 und 1950 spielt, zeigt sich sehr angetan von den Altersunterschieden innerhalb seiner Rolle. Das Alter und die Maske des älteren Politikers würden ihm die Freiheit geben, manche Sachen emotionaler zu gestalten als es bei dem jungen Verhoeven möglich sei.

Für das Ende der Drehzeit des rund 105-minütigen Films mit dem Arbeitstitel „Wir sind doch Schwestern“ ist der 31. Mai angesetzt. Im Oktober sei die Bearbeitung vermutlich fertig, erklärt Regisseur Till Endemann. Wann der Film im Ersten ausgestrahlt werde, stehe jedoch noch nicht fest. Wahrscheinlich sei er in den frühen Wintermonaten zu sehen.

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