Düren - Kirche aus einem anderen Blickwinkel

Kirche aus einem anderen Blickwinkel

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Kreativangebot mit Wachsmalstiften: Bei der „Nacht der offenen Kirchen“ konnte, wie hier in der Christuskirche, in elf Gotteshäusern vieles ausprobiert, angehört und angeschaut werden. Foto: Stephan Johnen

Düren. Wer sich auf den Weg zur Kapelle der St.-Angela-Schule gemacht hatte, fand sich Freitagnacht auf einem Flughafen wieder. Lagepläne und Hinweisschilder führten die Reisenden zu ihrem Check-in-Schalter, immer wieder stachen jedoch Hinweise aus der Menge hervor, die etwas untypisch für Verkehrsknotenpunkte waren.

„Die eine Generation baut die Straße, auf der die nächste fährt“, lautete beispielsweise ein solcher Text. In der Kapelle angekommen, wurden die Reisenden von Schülerinnen mit Erfrischungsgetränken und kleinen Snacks versorgt – wie im Flieger. Der Flug an diesem Abend ging jedoch in die Zukunft. Die Schülerinnen nahmen ihre Gäste mit auf eine Gedankenreise. Wie sieht die Zukunft von Kindern aus? Die von älteren Menschen, die von Kranken? Die der Gesellschaft?

Elf Gotteshäuser haben sich an der „Nacht der offenen Kirchen beteiligt. Die Schwerpunkte waren dabei ganz unterschiedlich. Im Mittelpunkt stand jedoch immer die Begegnung – sei es zum stillen Gebet wie im Kloster der Eucharistiner an der Kölnstraße oder zum Meinungsaustausch an der Cocktailbar in der Christuskirche, wo traditionell ein Programm besonders für Jugendliche und Junggebliebene angeboten wurde. Unter anderem führten die Breakdancer der „Cricketz Crew“ einige flotte Tänze auf und der Studentenchor der Friedrich-Schiller-Universität Jena legte auf seiner Konzertreise einen Stopp in Düren ein.

„Die Kirchen werden sonntags nicht voller, wenn wir zu solchen Veranstaltungen einladen. Aber die ‚Nacht der offenen Kirchen‘ zeigt, dass Kirche viel mehr sein kann als Sonntagsmesse. Sie ist vielmehr“, findet Religionslehrer Jürgen Nybelen, der mit Schulseelsorger Michael Kruse und dem Projektkurs Religion der St.-Angela-Schule den Abend in der Kapelle vorbereitet hatte.

Kirche aus einem anderen Blickwinkel erleben – diese Möglichkeit hatten die Besucher in Niederau. In der Kirche St. Cyriakus wurden die Pläne für den Umbau der bisherigen Gemeindekirche in eine Grabeskirche ausgestellt – und gleichzeitig die Planungen für die Umgestaltung der „alten Kirche“ in die neue Gemeindekirche gezeigt. Im Rahmen des „Kirchlichen Immobilienmanagements“ wurde dieser Wandel in den Gremien der Großpfarre St. Lukas beschlossen. „Nicht alle Niederauer können diesem Entschluss folgen. Es ist mir anfangs auch sehr schwergefallen“, sagte Ursula Müller, die mit ihrem Sohn Tobias die „Nacht der offenen Kirchen“ nutzte, um noch einmal einen Blick auf die Pläne zu werfen. „Die Zeit heilt aber viele Wunden“, ist sie überzeugt. Und sie fügt hinzu: „Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist ja auch kleiner geworden.“

„Etwa 1400 bis 1500 Urnen finden im Kolumbarium Platz“, erläuterte Küster Wolfgang Floß die anstehenden Bauarbeiten. Gleich neben der Cyriakuskirche hat ein weiterer Wandel bereits Gestalt angenommen. Aus dem Pfarrhaus wurde das neue Gemeindehaus. Von der Jugend bis zu den Senioren finden alle Gemeindemitglieder unter dessen Dach einen Platz.

Dass Kirchen auch Lebensräume sind, erfuhren die Besucher des Ühledömchens in Distelrath. Dort berichtete Achim Schumacher vom Naturschutzbund Deutschland über die Artenvielfalt, die unter den Dächern von Kirchtürmen herrschen kann. Im Ühledömchen haben sich neben Eulen auch Turmfalken häuslich eingerichtet.

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