Kinnebrocks Krimidebüt: Abstruse Story vor realem Hintergrund

Von: Tobias Röber
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Liest am Montagabend im Kultur
Liest am Montagabend im Kulturzentrum: der Kreuzauer Autor Wolfgang Kinnebrock

Kreuzau. Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Sie sind für Ihre Firma unterwegs, warten am Flughafen auf den Flieger und geben in das Firmenlaptop ihr Passwort ein, um mal eben etwas nachzusehen. Und nur wenig später fischen Sicherheitsbeamte Sie aus der Menge heraus.

Das gibt es nur im Film, denken Sie vielleicht jetzt. Dem Wahl-Kreuzauer Wolfgang Kinnebrock ist aber genau das geschehen. Dieser Vorfall war für Kinnebrock Anlass, einen Krimi mit dem Titel „Zielperson außer Kontrolle” zu schreiben. Am Montagabend liest der Autor aus dem Buch im Kulturzentrum Komm.

Rund zehn Jahre ist der Zwischenfall jetzt her, und nach den Anschlägen vom 11. September waren Sicherheitskräfte auf dem gesamten Planeten verständlicherweise in ständiger Alarmbereitschaft.

Wolfgang Kinnebrock hatte damals sein Passwort eingegeben, die Sicherheitsbeamten sahen das. Nun hatte sich der studierte Betriebswirt den Vornamen eines Kollegen ausgesucht, mit dem er täglich zu tun hatte. Und der trug einen türkischen oder arabischen Vornamen. Das reichte, um das Misstrauen des Sicherheitspersonals zu wecken. Das Missverständnis wurde zwar schnell geklärt, bei Wolfgang Kinnebrock blieb es jedoch haften.

Chip in der Schulter

Hinzu kam wenige Wochen später eine Geschichte, die Kinnebrock las. Mitglieder eines Clubs aus Barcelona hatten sich damals Chips in die Schulter pflanzen lassen und wurden so identifiziert. Kinnebrock arbeitete gleich an dem Manuskript, ließ es dann jedoch einige Jahre wegen anderer Verpflichtungen liegen.

Zu der Zeit zog er damals dann auch nach Kreuzau. Vorher hatte er unter anderem in Köln und München gelebt. Vor zwei Jahren holte er das Manuskript wieder aus der Schublade und vollendete den Krimi. Auch ein Verlag war schnell gefunden.

Und so schickt der 62-Jährige nun Protagonist Tom Simon ins Rennen. In „Zielperson außer Kontrolle” reist Simon, der in Bonn wohnt und Geschäftsführer einer Werbeagentur ist, nach Brüssel, um einen Auftrag rein zu holen. Der millionenschwere Auftrag droht jedoch plötzlich zu platzen, und ehe Tom Simon sich versieht, ist er in illegale Machenschaften verstrickt.

„Es ist schon ein abstruse Geschichte, aber ich kann mir vorstellen, dass sie Realität wird”, sagt der Autor. Kinnebrock war viele Jahre in Marketingsabteilungen großer Firmen tätig. Als Autor hat er bislang vier Sachbücher veröffentlicht. „Zielperson außer Kontrolle” ist sein Krimidebüt.

Der Inhalt des Buches klingt laut Kinnebrock „wie Science Fiction”, allerdings vor mitunter erschreckend realem Hintergrund. Dinge wie Chips, gigantische Datenbanken, Gedankensteuerung und GPS gäbe es längst. Irgendwie passt das auch zu den Staatstrojanern, die derzeit für Aufsehen sorgen.

Das Ende des Buches ist dann aber doch noch recht versöhnlich. „Man hat doch noch Chancen”, fasst es der Autor mit einem Augenzwinkern zusammen. Und eine mögliche Fortsetzung hat er auch bereits im Kopf.

Das Buch und ein Datenschützer

Die Lesung am Montagabend im Kulturzentrum Komm, August-Klotz-Straße 21, beginnt um 20 Uhr. Wolfgang Kinnebrock liest aus seinem Roman „Zielperson außer Kontrolle” (erschienen im Droste-Verlag) und erzählt über die Beweggründe zum Krimi.

Im Anschluss gibt der Bonner Datenschützer Joachim Selzer Informationen zum Thema: Wo treffen sich Fiktion und Wirklichkeit? Wie wird seit 2001 auf EU-Ebene in die Privatsphäre der Bürger eingegriffen.

Karten zum Preis von fünf Euro (ermäßigt 2,50 Euro) gibt es im Kulturzentrum Komm, Tel. 02421/189204.

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